Freitag, 21. Oktober 2016

mies sein

der luxus-mann ist krank. mannergrippe. aber er schlägt sich tapfer, jault nicht und hat auch verständnis dafür, dass ich mich angesichts des megastresses auf arbeit nicht der ansteckungsgefahr aussetzen will.

da wir uns nicht live haben, schon wieder geil bis zum anschlag sind und uns aber nicht sehen, kommt es schnell wieder zu auseinandersetzungen. altes thema: ich will ausgehen und der luxus-mann bringt doofe eifersüchtige sprüche. als ich richtig pissed bin und ihn anranze, ruft er an.

"ich reagiere ja nur, weil du so provozierst", rechtfertigt er sich.
"es versaut mir aber alles. ich überlege genau wie damals mit meinem ex, ob ich überhaupt noch weggehen soll, und hab eigentlich schon wieder überhaupt keinen bock, weil ich genau weiß, dass du wieder rumstresst."
"das soll so nicht sein", sagt der luxus-mann. "das verstehe ich."
"dann sei nicht immer so mies!"
"wieso mies?"
"na mies eben."
"ey, ich bin nicht mies! ich heitere dich so oft auf!"
"du bist mies!"

der luxus-mann seufzt.
"aber so nen kasper würdest du doch gar nicht ertragen.so jemand, der immer gut drauf ist und entspannt und immer einen fröhlichen spruch auf den lippen hat. das wäre dein tod."
ich überlege:
"ich weiß gar nicht, ob ich so jemanden schon mal hatte."
"kann ich mir nicht vorstellen. den hättest du auch zerstört."
ich muss lachen.
"ja, wahrscheinlich hätte ich ihm irgendwann gedroht, noch ein blöder witz, und ich bring mich um."
"nee. du bist viel subtiler. du hättest es geschafft, dass er irgendwann seinen frohsinn komplett verliert. und dann, just in dem moment, in dem er glaubt, er hätte jetzt endlich eine nähe zu dir geschaffen, sagst du ihm: verpiss dich, du langweilst mich."
ich muss noch mehr lachen, unfreiwillig, weil ich eigentlich noch sauer bin.
"du kennst mich verdammt gut."

wir kommen noch mal auf das thema eifersucht zu sprechen.
"sei einfach vorsichtiger mit dem, was du sagst", bittet mich der luxus-mann, "du weißt, ich wurde betrogen, wahrscheinlich sitzt mir das halt noch in den knochen. und du hast gewisse ähnlichkeiten mit der frau damals."
"du meinst, ich soll mich verstellen und immer so pseudofreundlich und rücksichtsvoll tun? das willst du nicht wirklich. und ich kanns nicht, dazu bin ich zu authentisch. und du brauchst das doch, dass dir jemand eben genau nicht in den arsch kriecht."
"stimmt, damit hast du recht."
"siehst du."

"und, gehst du jetzt noch aus?"
"weiß nicht, ist gerade so gemütlich. katze sitzt auf meinem schoß, schnurrt und ist so warm und kuschlig."
"wenn du gehst, erzähl mal, wies so war."
"ok. aber ich hab keinen bock, glaub ich."
"solange es nicht wegen mir ist."
"nein."
"gut. ich ruf dich morgen noch mal an, dann kannst du dir ja überlegen, ob wir uns noch sehen. ich würd dich ja gern mal wieder in den arsch ficken."
"wenns dir besser geht und ich nicht das seuchenschutzdezernat rufen muss..."
"du entscheidest, ok?"
"ja."
"dann bis morgen."
"bis morgen."



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