Montag, 19. September 2016

frust

ich wackle innerlich. seit etwa zwei wochen.

ich wache morgens um 5 auf, depressionstypisch.
manchmal mit heimweh. ich will wieder klein sein, in meinem kinderzimmer sitzen und spielen. alleine bitte. nur ich und meine bücher und meine puppen.
manchmal mit der nackten verzweiflung vollkommener sinnentleerung. ich kann meinen job nicht mehr machen, ich bin keine pr-schlampe, die leuten in den arsch kriecht und scheiße für gold verkauft.
manchmal mit der verzehrenden sehnsucht nach ruhe, entweder im arm eines anderen menschen, oder dann tot.
manchmal denke ich auch einfach nur zwei stunden lang völlig banane darüber nach, was ich auf arbeit anziehen könnte. irgendetwas, was meine absonderlichkeit möglichst verdeckt. eine in diesem zustand schier nicht beantwortende frage.

ich klammere mich ein bisschen an den luxus-mann und habe tödliche angst, ihn zu nerven. aber er ist da, fragt nach, wie wars auf arbeit, sagt, er kann es verstehen, denn er hasst seinen job auch und verachtet menschen, die sich über ihren schleimigen eifer definieren.

bisweilen habe ich enorme angst, den luxus-mann zu verlieren. dann mach ich schluss, sagt ein teil von mir, wozu denn dann weiterleben? der teil sagt auch: warum denn nicht gleich trennen, es passiert doch sowieso, oder glaubst du, der hält das länger als bis weihnachten mit dir aus?

die düsteren gedanken sind morgen-gedanken. sie kommen meist nachmittags wieder, weshalb ich recht spät mittagspause mache. dann renne ich durch den park und denke weiter auf dem suizid herum.

abends bin ich müde. zwei, drei drinks, dann falle ich ins bett.

Kommentare:

  1. Gedanken können echte Arschlöcher sein.

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  2. Ich schließe mich mal DrSchwein an.

    Bezüglich "wieder klein sein" hört sich vielleicht komisch an, aber mir hilft dann genau das, also Kinderfilme (gsd. gibts Youtube und Ama***), Buntstifte und ein Malbuch oder auch TKKG und Co. als Hörbücher und auch wenn es sich bekloppt anhört ein inneres Gespräch mit der "kleinen Gold", ein reinhören wo was fehlt, dann wird alles ruhig und es geht wieder...

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  3. ich hab auch noch ein paar kinderbücher. viel ist ja bei den ganzen umzügen inzwischen verloren gegangen, aber da könnte ich mal wieder reinschmöken.
    ich schau ja immer gern horrorfilme. je mehr schmerzen andere menschen leiden, desto besser gehts mir. ;) ein bisschen crazy. sogar körperliche schmerzen werden besser. gestern hab ich mir "daddys little girl" angeschaut. die erste hälfte war ein bisschen seicht, aber in der zweiten gings so richtig zur sache.

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  4. Ich hab auch immer wieder Anflüge von Depris. Bei mir ist es oft die Sehnsucht nach meiner glücklichen Kindheit, nach den 70ern und 80ern, als für mich noch alles spannend war. Ende 80er, Anfang der 90er, als ein paar schöne Frauen auf mich standen. Und das Wissen, daß diese Tage für alle Zeiten vorbei sind. Dieser Kreislauf, arbeiten, nach Arbeit platt sein, ohne Antrieb mit meinem Leben etwas Sinnvolles anzufangen. Zu beobachten, daß mir fast alles am Arsch vorbeigeht, weil ich es eh nicht ändern kann, die Spießigkeit der Leute, die Ungerechtigkeit der Gesellschaft. Meine Süchte, von Nikotin, über das stumpfe Rennen zum Kühlschrank bis zu Opiaten. Dein Blog lesen macht Spaß!

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    1. dieser trott ist schon echt scheiße. dieser 9 til 6 job, diese ewigen wiederholungen, ich finde es zermürbend. dabei ist es noch nicht mal unanspruchsvoll, bisweilen sogar stressig.
      ich kapier das nicht, wie andere leute sich in ihre jobs so reinverlieben können. alles, wonach ich mich morgens sehne, ist der feierabend. und da sitz ich dann oft und denke mir, was soll ich jetzt mit den zwei, drei stunden anfangen, bis ich ins bett muss, weil morgen eh wieder arbeitstrott ansteht?

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    2. alles, was ich mir wünsche, ist frei sein. frei-willig würde ich eine ganze menge tun, glaube ich.

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