Dienstag, 28. Juni 2016

die lage der morphinewelt

wenn dinge wie am wochenende passieren und auf eine angeditschte grundstimmung treffen, stehe ich komplett neben mir. seit zwei tagen tue ich auf arbeit so, als würde ich arbeiten, während ich blind auf den bildschirm starre und die nicht so luxuriöse situation möglich neutral zu beleuchten versuche. man könnte es in meinem fall das häuten der zwiebel nennen, oder das öffnen der babuschka-pandora: hinter jeder schicht eine neue gedankendimension, die abgezupft und von allen seiten vorsichtig betrachtet und analysiert werden will.ein procedere, das jegliche objektivität unterbindet und informationshaufen für verutlich mehrere doktorarbeiten liefert. auf gar keinen fall kann ich mich in dieser verfassung jedoch jemandem verständlich mitteilen.

gestern hatte der luxus-mann eine nachricht geschickt und gefragt, ob ich ihn anschweigen würde. was im grunde verwunderlich ist, denn manchmal schreiben wir mehrere tage am stück nicht, nachdem mir der luxus-mann einst liebevoll anvertraute, dass er chatten todlangweilig fände. 
ich schrieb ihm zurück, ich sei traurig und wolle nachdenken.
wieso, wollte der luxus-mann wissen.
emo-kram, antwortete ich.
auf emo-kram kommt der luxus-mann nicht klar. damit war die konversation erst mal erfolgreich abgewürgt.

heute nachmittag flatterte dann die nächste nachricht an.
ob emo-kram denn bedeute, dass ich nicht darüber reden wolle.
nein, meinte ich, lediglich, dass ich noch etwas zeit bräuchte, bis ich mit mir selbst soweit klar sei, und es in eine mitteilbare form bringen könne.
warum ich so ein geheimnis daraus mache, wollte der luxus-mann wissen.
fast kam ich mir arrogant vor und fühlte mich schuldig, weil es wirkte, als wolle ich mich interessant machen. also beschloss ich, ein zugeständnis zu machen.
wollen wir morgen telefonieren, fragte ich.
lieber treffen, fand der luxus-mann, das sei doch besser.
dann übermorgen, morgen kann ich nicht, erwiderte ich.

jetzt habe ich also am donnerstag ein schwieriges date. ein aussprache-date. 
das nichts weiter bringen wird als die chance, eindrücke und wirkungsweisen von verhalten zu schildern und die gegenposition anzuhören. die grundtendenz halte ich für unveränderbar. es wird wieder passieren, und wieder, und wieder, bis ich gequält genug bin und mir jemand anderes suche.

mein vertrauen bröckelt in großen, hässlichen stücken wie der putz an einem dieser braungrauen ddr-bauten.


Kommentare:

  1. Hey ... weißt du, was ich nicht verstehe? GENAU SO geht doch Beziehung. Wie kommt es, dass dich das wirklich und wahrhaftig /quält/? Das ist somehow ziemlich traurig, findest du nicht?
    http://ideenjonglieren.twoday.net/

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    1. ja, genauso geht beziehung: streiten über kleinscheiß, einlenken, wieder streiten über denselben kleinscheiß. ;) zumindest der schlechte teil von beziehungen geht so, ich hatte das drei jahre lang und fand es gräßlich, aber akzeptabel, weil man ja auch versuchte, die guten seiten der beziehung zu leben: wertschätzung, irgendwie sowas, was leute gemeinhin liebe nennen, support, und (zumindest theoretische) zukunftsfähigkeit. in so einem fall bin ich bereit, mich mit den negativen seiten auseinanderzusetzen, weil ich weiß, dass ich den anderen will und dass ich ebenso gewollt werde. (auch wenn sich das am ende immer als illusion herausstellt, aber so ist das nun mal.)

      weil wir uns aber bewusst für ein wesentlich unverbindlicheres modell - ich nenne es mal das fuckbuddy-modell - entschieden haben, haben wir zumindest die positiven seiten von beziehung schon mal NICHT. wir leben die totale austauschbarkeit. weil wirs beide gerade nicht anders können und wollen. das hat normalerweise den vorteil, dass es keine eifersucht und auch keine alltagspopelstreitereien gibt/geben sollte.
      dennoch haben wir die negativen seiten von beziehung: eifersucht/komplexe, streit über banalen kleinscheiß, schmollen. und das ist der punkt, an dem ich sage: das rechnet sich nicht für mich. wir hatten allein im juni drei streits, zwei davon haben mir die wochenenden (wichtige regenerationszeit!) versaut. das ist mir zu wenig output für zu viel input.

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    2. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Beziehungsprobleme ohne (echte) Beziehung sind noch unnötiger als ohnehin schon. Davon bekommt man nur schlechte Laune.

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    3. Ich meine eher bei ihm aufgrund seines Verhaltens schon eine Beziehungsabsicht zu entdecken, oder? Hast DU dich für being Fuckbuddy entschieden? (Und er vielleicht doch nicht ... mich wundert sein Verhalten - es scheint mir doch beziehungsorientiert, oder?)
      Ich meine das absolut nicht wertend, und wenn die Summe mehr nervig ist als schön, dann ists natürlich sinnvoll über Konsequenzen nachzudenken und zu fühlen.

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    4. ich kanns ganz schwer sagen, was er anstrebt, vor allem unbewusst. er sagt mir offiziell, er wolle auf gar keinen fall was verbindliches und dass er bei mir auch nicht emotional involviert sei. man könnte sein verhalten jetzt so auslegen, dass er sehr wohl involviert ist, wenn er so auf mich reagiert, also ich ihn zumindest an irgendwelchen (wunden) punkten zu treffen scheine oder er eifersüchtig auf das objekt reagiert. es kann sein - muss aber nicht. es können auch einfach narzisstische komplexe sein. da ist der andere nur auslöser und dann punching ball. ich habe gelernt in den letzten jahren, mit meiner letzten beziehung und auch durch das objekt, das zumindest vordergründig ein sehr freundlicher mensch war, dass männer nicht empfinden wie frauen und dass sich die geschlechter nicht verstehen müssen. es kann akzeptanz geben, oder ein zufälliges ähnlich-ticken, aber ich denke, dass sehr viele männer außer in ihrem schwanz recht wenig regungen verspüren. mit "sehr viele" meine ich nicht alle. aber der luxus-mann gehört dazu, und er weiß auch selber drum.

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    5. Hm. Schwer zu sagen aus der Ferne. Was ICH lese ist SEINE Absicht Unstimmigkeiten zu klären. Solche Menschen gibt es nicht so oft. Wenn DAS nicht Beziehungsabsicht ist was dann?

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    6. dafür bin ich ihm auch dankbar.
      mir wärs halt lieber, die unstimmigkeiten zu reduzieren, bevor man irgendwann nur noch diskutiert und diskutiert.

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  2. Meeh. So schade.
    Aber wenn die Bilanz dermassen unstimmig ist, dann hilft wohl alles nichts.

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    1. ich bin gespannt, was er heute abend sagt. ich bin auf alles gefasst.

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  3. gestern nen langen kommentar getippt und wieder gelöscht (kam zu viel "ich" drin vor ;) ) - daher heute und kurz: das tut mir sehr leid. zwischenzeitlich klang es so, als täte er dir in summe ganz gut. aber stress machen muss echt nicht sein. und stress machen, weil er was in den falschen hals bekommen hat, schon mal noch viel weniger.

    ich wünsch dir kraft.

    ms hü.

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    1. es ist so 50:50. der sex ist geil und es ist nett, jemanden zu haben, der geistig einigermaßen fit ist und meine interessen teilt. der rest sind komplexe.

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  4. Wie schon geschrieben, wenn die Summe eher negativ ist, dann ist das Kacke! Aber Du kannst doch nicht sagen, daß das ne reine Fickbeziehung ist (war?) und Du deshalb die positiven Seiten von Beziehung nicht ha(tte)st. Ihr unternehmt zusammen einiges und führt sehr tiefsinnige Gespräche. Bei mir sah ne Fickbeziehung so aus, daß ich zu ihr oder sie zu mir vorbei kam, wir vielleicht zusammen n Filmchen geguckt haben, dabei oder danach ne Nummer und tschüß ! Und wenn ich die Frau dann kurz drauf in meinem Stammladen getroffen hab und sie mit nem anderen Typ rumgemacht hat, war ich angepißt- obwohl eigentlich wirklich keine (oder kaum?) Gefühle im Spiel waren. Nenn es männlichen Stolz- 95% aller Männer können den nicht abstellen. Rationales Denken gibt es in dem Moment nicht-leider ! Informiert uns mal, wie es gestern war- natürlich nur, wenn Dir danach ist. LG, Andi

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    1. angepisst sein, obwohl man für jemanden nichts empfindet, das ist bei mir der punkt, an dem eifersucht aufhört und komplexe beginnen. eifersucht hat einen gegenstand, komplexe nur auslöser.

      was soll ich sagen? gestern hat gezeigt, was ich eigentlich schon wusste, nämlich dass ich da nen ganz patenten mann erwischt habe, mit dem ich zwar des öfteren nicht verstehe und nicht verstehen werde, der mich aber - und nun weiß ich das auch endlich mal - schätzt und mag.

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