Dienstag, 22. November 2016

prädikat: gesundheitsschädlich

"du guckst so aggro, hast du ne kettensäge dabei, mit der du mich gleich kastrierst?" fragt der luxus-mann, als ich vom letzten streit noch angepisst unter der tür stehe.
ich muss lachen.
entwaffnen kann er, der herr luxus-mann.

das morphine-antiterror-programm setzt sich mit dem obligtorischen glas wein fort - und einer hand, die sich in meinen slip schiebt.
"na, sind wir ein bisschen geil", sage ich im pluralis majestatis, eingedenk der tatsache, dass der luxus-mann seinen schwanz als eigenständiges und dominantes wesen begreift.
"ey, wir hatten eine woche keinen sex!"
"hättest ja wen anderes knallen können, warst doch unterwegs und hattest obendrein sturmfrei."
"war nix geiles im angebot. außerdem gings mir nicht so gut."
"warum gings dir nicht gut?"
"nach unserem krach am freitag hab ich die nacht nicht gepennt. danach hatte ich im fitnessstudio so ne art kreislaufkollaps."
"du bist umgekippt?"
"naja, so fast. hab mich zu glück noch selber hinlegen können."
"mann hat mir mal vorgeworfen, ich würde seine gesundheit ruinieren, da scheint ja echt was dran zu sein."
"da siehst du mal, wie du mich stresst!"

der luxus-mann nimmt mir das weinglas aus der hand, hebt mich hoch und trägt mich richtung bett.
"übernimm dich nicht", mahne ich.
"mach du dich lieber mal nackig", befielt der luxus-mann und zerrt an meinem oberteil. "und wieso hast du nen bh an, das brauchst du mit deinen mäusetittchen doch gar nicht."
ich schlage scherzhaft zu.
der luxus-mann schlägt zurück.
"ich seh schon, der widerspenstigen zähmung steht an."
er holt klebeband unter dem bett hervor und beginnt, mich bäuchlings mit händen und füßen ans bett zu tapen.
dann versohlt er mir ein bisschen den arsch, bevor er mir den schwanz in die muschi rammt.

der luxus-mann stöhnt laut. allerdings nicht aus lust, sondern aus schmerz.
"da hat was wehgetan", sagt er und zieht sich vorsichtig zurück.
ich habe mich flux aus den klebebandfesseln befreit und knipse die lampe an.
dann begutachten wir den schwanzschaden.
"der ist ganz rot... fast blutig", stelle ich fest. "war ich noch zu trocken?"
"weiß nicht."
"sorry..."
"was heißt hier sorry, deine gefräßige muschi hat nach ihm geschnappt!"

die lust ist uns vergangen.
"ich geh ihn mal waschen", sagt der luxus-mann und schlörrt ins bad.
kurz darauf schreie.
ich eile ins bad.
"was ist los?"
"jetzt hab ich ihn auch noch verbrüht!"
"wie das denn?"
"das wasser war total heiß eingestellt!"
"ich hab mir vorhin nur die hände gewaschen."

der luxus-mann blickt mich gespielt verzweifelt an:
"du bist gesundheitsschädlich! du solltest so einen warnaufkleber tragen müssen wie auf ner zigarettenschachtel: diese frau kann ihren penis verstümmeln!"
"und herz-kreislauferkrankungen verursachen."
"das auch noch. jedenfalls werden wir in den nächsten tagen keinen sex haben können."
ich nehme den luxus-mann ein bisschen in den arm.
"dann machen wir halt mal was anderes."
"was denn?"
"irgendwas, was du dir schon lange mal gewünscht hast!"
"hm... da muss ich mal überlegen!" 

mir fällt als erste etwas ein:
"du sagtest doch mal, du hättest lust, mit mir zusammen was zu kochen!"
der luxus-mann schaut skeptisch:
"dann vergiftest du mich!"
"aber höchstens aus versehen!"
"neenee, das ist viel zu riskant. außerdem ist das keine echte strafe für dich."
"na und ob das ne strafe ist. was ich koche, will keiner essen, nicht mal ich."

"ich weiß was besseres", sagt der luxus-mann. "ich brauch ne neue hose. wir gehen shoppen. am samstag morgens um halb zehn."
"ich wollte aber am freitag ausgehen."
"pech."
"können wir nicht so zwölf sagen?"
"nee. dann ist mir zu viel los."
"boah, ey, das ist echt ne strafe. ich unter lauter spießigen, konsumseibernden muttis und vaddis zwischen schreienden verwöhnten blagen..."
der luxus-mann bleibt eisenhart.
"du kannst dir aussuchen, ob du am freitagabend schon rumkommst oder dann am samstag noch früher aufstehst. wenn du freitag schon da bist, treibst du dich wenigstens nicht nächstens mit dem objekt rum."
"du bist n totalitärer spießer, jetzt zeigst du dein wahres gesicht", motze ich.
"ja, bin ich. freu dich auf den urlaub."
"bis dahin ist der schwanz aber wieder fit!"
"kommt ganz auf dich an..."


Kommentare:

  1. die guten, die bösen und die schnappmuschis.

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    1. keine amnestie für schnappmuschis!
      (und die katze, die mich gern mal kneift, wenn ich heule, starrt mich unverwandt an.)

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