du machst mich immer noch sprachlos.
du gehst ohne ein wort. jedes mal.
für zwei wochen oder zwei jahre oder wasweißichwielange.
wenn das warten beginnt, streckt sich die zeit. streckt mir die zunge heraus.
das warten hört nicht auf, denn ich kann nicht aufhören zu warten.
deine abwesenheit hinterlässt eine leere, die sich durch nichts füllen lässt.
das nichts ist fett und groß und mächtig.
das hirn fährt achterbahn derweil.
ich kann dich einfach nicht gehen lassen.
auch, wenn du schon so lange nicht mehr da bist.
Donnerstag, 8. März 2018
Sonntag, 4. März 2018
spaßfrei im spaßbad
ich bin strohwitwe, denn der luxus-mann weilt derzeit mit ex-family und einer befreundeten noch-family (bald wahrscheinlich auch ex-family) im urlaub. wegen der kinder hat man sich für ein kinderfreundliches surrounding entschieden, nämlich ein spaßbad.
"bist du gar nicht traurig, dass du nicht dabei bist", fragt mich eine freundin, die ich am abend auf party treffe.
"nee", sage ich und rolle mit den augen. "was soll ich denn in einem spaßbad zwischen lauter kiddies?! das wäre mein tod."
"aber da ist dein süßer doch mit seiner ex, oder?"
"ja, aber die ist ihm inzwischen zu fett, da muss ich keine angst haben."
"und wenn da die alten vertrauten gefühle wieder hochkommen?"
"da kommen höchsten die alten streitthemen wieder hoch."
"und sonst so, wenn er da im bad rumhüpft? der ist ja schon auch sehr attraktiv. dem gucken bestimmt viele frauen hinterher."
"ich hab nicht so das problem mit."
am abend bekomme ich via whatsapp die ersten bildlichen eindrücke. es liegt viel schnee und mein mann guckt etwas genervt in die kamera.
"na, genießt du deinen urlaub", frage ich später beim telefonieren.
"naja, sagen wir mal so... ein zweites mal würde ich das nicht machen", meint der luxus-mann etwas gequält. "familien sind schon echt eine komische konstruktion."
"ihr seid ja keine mehr."
"ja, gottseidank. aber wenn ich die anderen so anschaue... und wie mein kumpel teilweise von seiner frau angemacht wird, so direkt vor den kindern... das ist schon echt so ein level... respektlosigkeit pur. da ist irgendwie überhaupt keine liebe mehr. ich versteh nicht, warum man da noch weitermacht. das ist totale selbsterniedrigung. obwohl... ich hab das ja beim letzten mal auch so gemacht... wollte unbedingt die familie für meine tochter erhalten..."
"eben. denke mal, das machen viele für ihre kinder."
"aber so der ton, wenn die sich unterhalten... ich glaube, da ist echt nichts mehr zu kitten. die machen ja eine paartherapie, aber ich merk nicht, dass das helfen würde."
"die erkenntnis aus einer therapie kann ja auch sein, dass man sich besser trennen sollte."
"nee, du, die sind einfach festgefahren in ihrem hass aufeinander."
"vielleicht brauchen sie den auch. meine tante und mein onkel haben sich auch 50 jahre lang gehasst. als mein onkel dann unter der erde war, dachte ich, jetzt gehts meiner tante bestimmt endlich mal besser. aber nix. die pflegt ihren groll, indem sie ihn nun auf meinen cousin richtet."
der luxus-mann seufzt in den hörer.
"jedenfalls merk ich mal wieder so, ich bin wohl einfach kein familienmensch."
ich muss lächeln.
"vielleicht hast du nur einfach eine etwas zu idyllische vorstellung davon."
"meine vorstellung davon ist mir jedenfalls lieber als die realität."
"dann freu dich, dass du ein freier mann bist."
"auf jeden", sagt der luxus-mann und seine stimme bekommt eine warmen, rauen ton. "heute morgen hab ich an dich gedacht und war so scharf."
"ich nicht", sage ich frech.
"waaa-haaas?"
"weil ich mich schon gestern mit dir im kopf und meinem vierundzwanzigzentimeterdildo in der muschi vergnügt habe."
"boah, du böse. hör bloß auf, sonst kann ich morgen nicht ins bad. dann bleibt er mir nicht in der hose."
"kannst ja nachher mal hand anlegen."
"super idee, ich schlafe neben meiner tochter!"
ich muss kichern.
"ich mag es ja, wenn du scharf bist."
"auf jeden fall müssen wir nächste woche gleich ficken, wenn ich nachhause komme."
"da habe ich im prinzip nichts gegen einzuwenden."
der luxus-mann hält inne.
"manchmal finde ich es ja schade, dass ich dich nicht früher kennen gelernt habe."
"warum?"
"weil ich früher dauergeil war. daran sind bei mir ja auch beziehungen kaputt gegangen. du hättest mich wahrscheinlich ganz gut handeln können. wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit 30 so eine frau wie dich gehabt, die mit mir auf play-partys und sowas geht... das wäre sowas von der wahnsinn für mich gewesen."
"dann freust du dich jetzt halt an deinem späten glück."
"das tue ich."
"übrigens vermiss ich dich", sage ich leichthin.
"ebenso", sage der luxus-mann nach kurzem zögern, und ich weiß, wie schwer es ihm eben fiel, das zu sagen.
"bist du gar nicht traurig, dass du nicht dabei bist", fragt mich eine freundin, die ich am abend auf party treffe.
"nee", sage ich und rolle mit den augen. "was soll ich denn in einem spaßbad zwischen lauter kiddies?! das wäre mein tod."
"aber da ist dein süßer doch mit seiner ex, oder?"
"ja, aber die ist ihm inzwischen zu fett, da muss ich keine angst haben."
"und wenn da die alten vertrauten gefühle wieder hochkommen?"
"da kommen höchsten die alten streitthemen wieder hoch."
"und sonst so, wenn er da im bad rumhüpft? der ist ja schon auch sehr attraktiv. dem gucken bestimmt viele frauen hinterher."
"ich hab nicht so das problem mit."
am abend bekomme ich via whatsapp die ersten bildlichen eindrücke. es liegt viel schnee und mein mann guckt etwas genervt in die kamera.
"na, genießt du deinen urlaub", frage ich später beim telefonieren.
"naja, sagen wir mal so... ein zweites mal würde ich das nicht machen", meint der luxus-mann etwas gequält. "familien sind schon echt eine komische konstruktion."
"ihr seid ja keine mehr."
"ja, gottseidank. aber wenn ich die anderen so anschaue... und wie mein kumpel teilweise von seiner frau angemacht wird, so direkt vor den kindern... das ist schon echt so ein level... respektlosigkeit pur. da ist irgendwie überhaupt keine liebe mehr. ich versteh nicht, warum man da noch weitermacht. das ist totale selbsterniedrigung. obwohl... ich hab das ja beim letzten mal auch so gemacht... wollte unbedingt die familie für meine tochter erhalten..."
"eben. denke mal, das machen viele für ihre kinder."
"aber so der ton, wenn die sich unterhalten... ich glaube, da ist echt nichts mehr zu kitten. die machen ja eine paartherapie, aber ich merk nicht, dass das helfen würde."
"die erkenntnis aus einer therapie kann ja auch sein, dass man sich besser trennen sollte."
"nee, du, die sind einfach festgefahren in ihrem hass aufeinander."
"vielleicht brauchen sie den auch. meine tante und mein onkel haben sich auch 50 jahre lang gehasst. als mein onkel dann unter der erde war, dachte ich, jetzt gehts meiner tante bestimmt endlich mal besser. aber nix. die pflegt ihren groll, indem sie ihn nun auf meinen cousin richtet."
der luxus-mann seufzt in den hörer.
"jedenfalls merk ich mal wieder so, ich bin wohl einfach kein familienmensch."
ich muss lächeln.
"vielleicht hast du nur einfach eine etwas zu idyllische vorstellung davon."
"meine vorstellung davon ist mir jedenfalls lieber als die realität."
"dann freu dich, dass du ein freier mann bist."
"auf jeden", sagt der luxus-mann und seine stimme bekommt eine warmen, rauen ton. "heute morgen hab ich an dich gedacht und war so scharf."
"ich nicht", sage ich frech.
"waaa-haaas?"
"weil ich mich schon gestern mit dir im kopf und meinem vierundzwanzigzentimeterdildo in der muschi vergnügt habe."
"boah, du böse. hör bloß auf, sonst kann ich morgen nicht ins bad. dann bleibt er mir nicht in der hose."
"kannst ja nachher mal hand anlegen."
"super idee, ich schlafe neben meiner tochter!"
ich muss kichern.
"ich mag es ja, wenn du scharf bist."
"auf jeden fall müssen wir nächste woche gleich ficken, wenn ich nachhause komme."
"da habe ich im prinzip nichts gegen einzuwenden."
der luxus-mann hält inne.
"manchmal finde ich es ja schade, dass ich dich nicht früher kennen gelernt habe."
"warum?"
"weil ich früher dauergeil war. daran sind bei mir ja auch beziehungen kaputt gegangen. du hättest mich wahrscheinlich ganz gut handeln können. wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit 30 so eine frau wie dich gehabt, die mit mir auf play-partys und sowas geht... das wäre sowas von der wahnsinn für mich gewesen."
"dann freust du dich jetzt halt an deinem späten glück."
"das tue ich."
"übrigens vermiss ich dich", sage ich leichthin.
"ebenso", sage der luxus-mann nach kurzem zögern, und ich weiß, wie schwer es ihm eben fiel, das zu sagen.
Dienstag, 27. Februar 2018
emotionsjunkie
stell dir vor, du wärst satt und warm, mit einem dach über dem kopf und ohne sorgen.
du würdest sterben.
du würdest verhungern ohne emotionen, deswegen rennst du ihnen hinterher. den menschen. den news. sogar den dingen.
sich bewegen, um sich bewegen zu lassen.
was für eine wahnsinnsanstrengung für ein paar mehr botenstoffe im hirn.
was du tust, beweist aber, es muss sich irgendwie lohnen.
emotionen sind teuer. aber niemals zu teuer.
du bezahlst dafür. du arbeitest dafür. du zahlst in eine verfickte rentenversicherung ein.
sogar deine klage über all das ist gegenstand der suche, der sucht nach emotionen. denn selbst wenn du nichts als deine erschöpfung und deinen ekel spürst, du spürst dich und das macht dich lebendig.
der stoff, aus dem die emotionen, ist immer mehr oder minder guter qualität. und derselbe stoff kann unterschiedliche emotionen auslösen.
set und setting eben.
nichts ist so genau vorhersehbar.
wie aufregend.
wie emotional.
du würdest sterben.
du würdest verhungern ohne emotionen, deswegen rennst du ihnen hinterher. den menschen. den news. sogar den dingen.
sich bewegen, um sich bewegen zu lassen.
was für eine wahnsinnsanstrengung für ein paar mehr botenstoffe im hirn.
was du tust, beweist aber, es muss sich irgendwie lohnen.
emotionen sind teuer. aber niemals zu teuer.
du bezahlst dafür. du arbeitest dafür. du zahlst in eine verfickte rentenversicherung ein.
sogar deine klage über all das ist gegenstand der suche, der sucht nach emotionen. denn selbst wenn du nichts als deine erschöpfung und deinen ekel spürst, du spürst dich und das macht dich lebendig.
der stoff, aus dem die emotionen, ist immer mehr oder minder guter qualität. und derselbe stoff kann unterschiedliche emotionen auslösen.
set und setting eben.
nichts ist so genau vorhersehbar.
wie aufregend.
wie emotional.
Montag, 19. Februar 2018
das ultimative karriere-rezept für alle pr-fuzzis
du warst so blöd und dachtest mal, pr-berater sei ein schicker job? nunja. dann musst du jetzt dringend karriere machen! denn erst in einer führungsposition verdienst du so viel wie ein krankenpfleger und kannst hoffen, dass du eine rente knapp über hartz IV haben wirst.
doch keine angst. es gibt ein todsicheres rezept, wie du es schaffst, in weniger als zehn jahren beruf eine kleine miete zu bezahlen und sogar hin und wieder eine einwöchige billo-reise zu machen, falls du auf ein auto verzichtest und im öpnv schwarz fährst. und falls du urlaub bekommst, versteht sich.
1. erster wichtiger grundsatz: du arbeitest nicht für dein leben, du lebst für deine arbeit!
2. du wirst nicht krank. wenn du krank wirst, arbeitest du trotzdem.
3. du wirst nicht schwanger. wenn du schwanger wirst, treibe ab. da dein gehalt dafür nicht reichen wirst, nimm einen kredit auf oder falle die treppe runter. es lohnt sich!
4. werde nicht fett. übergewicht ist ein kündigungsgrund bzw. ein kriterium, dich gar nicht erst einzustellen. lege dir notfalls eine essstörung zu. es lohnt sich!
5. entscheide dich zwischen einem menschenwürdigen gehalt und einem sicheren arbeitsplatz. beides zusammen ist unmöglich. jede gehaltsverhandlung kann deine stelle kosten. jeder praktikant ist billiger, und jeder billige praktikant kann dich ersetzen, wenn man ihn nur lange genug auspresst.
6. erfreue dich an flexiblen arbeitszeiten. du darfst um 8 uhr beginnen und musst nicht vor 22 uhr aufhören zu arbeiten.
7. urlaub richtet sich nicht nach deinen wünschen und bedürfnissen. urlaub wird dann genommen, wenn es für die firma gerade passt. also manchmal bis zu einer woche und manchmal auch nie.
8. erfreue dich an der möglichkeit, im homeoffice zu arbeiten. dies kannst du im zeitraum nach 22 uhr und vor 8 uhr tun, wenn du nicht im büro bist.
9. erfreue dich an einem firmenhandy, das du privat nicht nutzen darfst, aber mit dem die firma ab und an freundlicherweise deine alpträume unterbricht, sofern du solche aufgrund deiner schlafstörungen noch hast.
10. lerne, nach oben zu lecken und nach unten zu treten. oben wohnen die könige. unten ist nur arbeitsvieh wie du. arbeitsvieh funktioniert nicht nach altruistischen, sondern nach rein sozialdarwinistischen gesichtspunkten.
wenn du diese einfachen regeln beachtest, wirst du bis zu deinem suizid viel freude an deinem job haben!
doch keine angst. es gibt ein todsicheres rezept, wie du es schaffst, in weniger als zehn jahren beruf eine kleine miete zu bezahlen und sogar hin und wieder eine einwöchige billo-reise zu machen, falls du auf ein auto verzichtest und im öpnv schwarz fährst. und falls du urlaub bekommst, versteht sich.
1. erster wichtiger grundsatz: du arbeitest nicht für dein leben, du lebst für deine arbeit!
2. du wirst nicht krank. wenn du krank wirst, arbeitest du trotzdem.
3. du wirst nicht schwanger. wenn du schwanger wirst, treibe ab. da dein gehalt dafür nicht reichen wirst, nimm einen kredit auf oder falle die treppe runter. es lohnt sich!
4. werde nicht fett. übergewicht ist ein kündigungsgrund bzw. ein kriterium, dich gar nicht erst einzustellen. lege dir notfalls eine essstörung zu. es lohnt sich!
5. entscheide dich zwischen einem menschenwürdigen gehalt und einem sicheren arbeitsplatz. beides zusammen ist unmöglich. jede gehaltsverhandlung kann deine stelle kosten. jeder praktikant ist billiger, und jeder billige praktikant kann dich ersetzen, wenn man ihn nur lange genug auspresst.
6. erfreue dich an flexiblen arbeitszeiten. du darfst um 8 uhr beginnen und musst nicht vor 22 uhr aufhören zu arbeiten.
7. urlaub richtet sich nicht nach deinen wünschen und bedürfnissen. urlaub wird dann genommen, wenn es für die firma gerade passt. also manchmal bis zu einer woche und manchmal auch nie.
8. erfreue dich an der möglichkeit, im homeoffice zu arbeiten. dies kannst du im zeitraum nach 22 uhr und vor 8 uhr tun, wenn du nicht im büro bist.
9. erfreue dich an einem firmenhandy, das du privat nicht nutzen darfst, aber mit dem die firma ab und an freundlicherweise deine alpträume unterbricht, sofern du solche aufgrund deiner schlafstörungen noch hast.
10. lerne, nach oben zu lecken und nach unten zu treten. oben wohnen die könige. unten ist nur arbeitsvieh wie du. arbeitsvieh funktioniert nicht nach altruistischen, sondern nach rein sozialdarwinistischen gesichtspunkten.
wenn du diese einfachen regeln beachtest, wirst du bis zu deinem suizid viel freude an deinem job haben!
Samstag, 3. Februar 2018
wintermarianengraben
ich tu mich schwer mit dem winter. die dunkelheit, das job-hamsterrad, die langwierige grippe, die mir immer noch nachhängt.
und vor allem: das gedankliche sich-totrennen in der frage: wozu das alles? warum lebe ich? warum kämpfe ich?
allein sein wollen. zugleich nicht allein sein können.
der luxus-mann, der mich derzeit als person kaum nicht sieht, weil er seit drei monaten seine wohnung renoviert und seither über nichts mehr anderes redet, ist mir bürde und rettung in einem.
weil ich sowieso nicht weiß, was mir spaß machen könnte, helfe ich. schleife, streiche, lackiere, mache sauber.
momente, in denen ich mich vergessen kann.
ein kurzes lachen, minuten, in denen das licht im endlosen tunnel mal wieder funktioniert. in denen ich denke: na bitte. geht doch.
zuhause weine ich in die kissen. wie schön es jetzt wäre, mit jemandem wie dem objekt telefonieren zu können. doch das objekt hat alle brücken hinter sich abgebrochen.
und vor allem: das gedankliche sich-totrennen in der frage: wozu das alles? warum lebe ich? warum kämpfe ich?
allein sein wollen. zugleich nicht allein sein können.
der luxus-mann, der mich derzeit als person kaum nicht sieht, weil er seit drei monaten seine wohnung renoviert und seither über nichts mehr anderes redet, ist mir bürde und rettung in einem.
weil ich sowieso nicht weiß, was mir spaß machen könnte, helfe ich. schleife, streiche, lackiere, mache sauber.
momente, in denen ich mich vergessen kann.
ein kurzes lachen, minuten, in denen das licht im endlosen tunnel mal wieder funktioniert. in denen ich denke: na bitte. geht doch.
zuhause weine ich in die kissen. wie schön es jetzt wäre, mit jemandem wie dem objekt telefonieren zu können. doch das objekt hat alle brücken hinter sich abgebrochen.
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