Donnerstag, 8. März 2018

ghost

du machst mich immer noch sprachlos.
du gehst ohne ein wort. jedes mal.
für zwei wochen oder zwei jahre oder wasweißichwielange.

wenn das warten beginnt, streckt sich die zeit. streckt mir die zunge heraus.
das warten hört nicht auf, denn ich kann nicht aufhören zu warten.

deine abwesenheit hinterlässt eine leere, die sich durch nichts füllen lässt.
das nichts ist fett und groß und mächtig.
das hirn fährt achterbahn derweil.

ich kann dich einfach nicht gehen lassen.
auch, wenn du schon so lange nicht mehr da bist.

Kommentare:

  1. Nachdenklich und schön zugleich

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  2. Überlege gerade: Macht es nicht irgendwie auch Sinn, dass man weniger gut loslassen kann, bzw. insgesamt weniger gut damit umgehen kann, wenn jemand völlig ohne Ankündigung oder Erklärung verschwindet? So psychologisch betrachtet?

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    1. das nichtloslassenkönnen ist m.e. eng daran gekoppelt, dass es im prinzip gut war und es keinen grund zum loslassen gäbe. wenn jemand mehrfach ghosting betreibt, hat man ja auch irgendwann verstanden, dass es keinen konflikt oder ein verschulden gibt. darüber hinaus hat man gelernt: der geist kommt zurück. weil er eben vorher auch immer wieder kam.
      die frage, die sich stellt, ist, ob das so gesund ist. mir fehlt die gelassenheit, jemanden so gehen und kommen und wieder gehen zu lassen, immer mit der unsicherheit, dass er mal für immer wegbleibt. aus gründen der selbstliebe ergibt also die herausforderung, denjenigen vielleicht nicht mehr zurückkommen zu lassen, auch wenn er vielleicht in zukunft gerne würde.

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