Donnerstag, 16. Juli 2026

verhängnisvolle leidenschaft

"duuhuu..." ich stupse den luxus-mann an. "weißt du, was ich echt schön fände?"
"was denn?"
"wenn wir beim sex mal wieder wild knutschen könnten. das haben wir schon ewig nicht mehr gemacht." 
"wirklich?" 
"ach komm, bitte..."
"na gut", lässt sich der luxus-mann, der sonst auf küssen gut verzichten kann, breitschlagen.
 
in der tat denkt der mann beim nächsten sex an meinen wunsch - und schafft es sogar, mir dabei das gefühl von leidenschaft statt pflichterfüllung zu vermitteln. zusätzlich gibt es noch weitere anregende zungenspiele für gewisse andere körperbereiche. auf jeden fall mal wieder eine performance ganz nach meinem geschmack!
 
nach dem akt geht der luxus-mann ins bad, um zähne zu putzen und sich bettfertig zu machen.
von dort höre ich ihn rufen: "fuck, ich glaube, ich bekomme herpes!"
"du denkst ständig, dass du herpes bekommst", antworte ich leicht genervt. 
"komm doch mal und schau dir das an", bittet mich der luxus-mann. 
 
unter maximaler ausleuchtung inspiziere ich behutsam die luxus-lippe.
"da ist eine winzige rötliche stelle, aber das kann alles sein", finde ich.
"aber die juckt!"
"dann mach halt in gottes namen dein aciclovir drauf. wahrscheinlich ist das morgen wieder weg."
 
"meinst du?" der luxus-mann, der sich schrecklich vor herpes ekelt, ist nicht überzeugt.
"ich zitiere dich gern an dieser stelle: du sollst dich da nicht immer so reinsteigern!" 
diesen fürsorglichen und äußerst hilfreichen hinweis gibt mir der luxus-mann nämlich immer, wenn ich mir über etwas sorgen mache. 
"du bist ein böses weib", findet der mann und kneift mich ein wenig. "daran ist nur diese knutscherei schuld!"
 
am nächsten morgen ist die rote stelle allerdings tatsächlich zu einer kleinen gelblichen fieberblase mutiert. 
"ich küsse dich nie wieder", verkündet der luxus-mann dramatisch, während er seine lippe im spiegel betrachtet und mit einem wattestäbchen erneut creme aufträgt.
"hoffentlich hast du mich nicht angesteckt", erwidere ich, nicht weniger besorgt.
ich nehme den kosmetikspiegel und nutze seine vergrößernde seite, um meinen mund zu untersuchen. noch ist nichts zu sehen. trotzdem klatsche ich prophylaktisch gleich ordentlich creme drauf.
 
"wie ist das eigentlich, kann man herpes auch im intimbereich kriegen?" fragt der luxus-mann. "ich meine, weil ich dich doch geleckt habe."
ich stutze und denke kurz nach, aber der gedanke kommt mir nicht plausibel vor: "du meinst genitalherpes? diese geschlechtskrankheit? hm, also meines wissens sind herpes labialis und herpes genitalis zwei ganz unterschiedliche virenstämme. kann ich mir so nicht vorstellen."
 
weil ich aber nicht ganz sicher bin, befrage ich lieber schnell ki. und die sagt mir, ja, es sei leider durchaus möglich, dass sich lippenherpes bei entsprechendem kontakt auf andere schleimhäute überträgt. in den angeführten quellen steht es noch mal näher erklärt: herpes labialis und herpes genitalis sind zwar in der tat nicht dasselbe virus. dennoch könne herpes labialis auch im intimbereich auftreten, weil schleimhaut eben schleimhaut sei. da mache das virus keine großen unterschiede.
 
"unfassbar, das kann wohl tatsächlich vorkommen", sage ich zum luxus-mann.
"ja, und, hast du was?!" 
"das merkt man erst nach zwei bis zwölf tagen, steht da."
"und was passiert dann?"
"dann kriegt man wohl so bläschen, die jucken und brennen. so wie an der lippe."
"die nächsten zwei wochen stehst du auf jeden fall unter quarantäne. kein sex und auch kein anfassen!"
"du musst dich aber genauso beobachten."
"warum, kann ich als mann das etwa auch kriegen?"
"na klar, du warst ja gestern ungeschützt in mir."
"alter, was für ein alptraum! mein schwanz juckt schon, wenn ich nur dran denke." 
 
und auch wenn die geschichte letztlich ohne die befürchteten folgen blieb, sagt mir etwas mit großer gewissheit, dass knutschen beim sex für die nächsten jahre nun definitiv gestorben ist. 

Freitag, 3. Juli 2026

es wird wieder in die hände gespuckt, das frettchen steigert das bruttosozialprodukt

hurray again! das frettchen macht die deutsche wirtschaft fit. nach dem unschlagbaren einspar-coup durch die umbenennung des bürgergelds hat das schlaue nagetier nun herausgefunden, warum in deutschen betrieben seit jahren alles abkackt. 

das liegt nämlich gar nicht an den schweren fehlentscheidungen und der zukunftsblindheit der vorstände, die - wie bei vw - einst international erfolgreiche traditionsunternehmen in den ruin wirtschaften. das liegt alles ausschließlich daran, dass sich einige arbeitnehmer - zumindest die in tarifgebundenen unternehmen - erst ab dem dritten tag krankschreiben lassen müssen.

dem wirkt das frettchen nun effizient entgegen, indem sich alle arbeitnehmer gleich vom ersten tag an krankschreiben lassen sollen. ja, das wird all den trägen bastarden und drückebergern eine lehre sein! und das freut auch die hausärzte sehr, denn diese faulen hunde, die bekanntlich aus lauter langweile den halben tag lang nur dem echo ihrer leeren wartezimmer lauschen, bekommen dadurch endlich mal was zu tun. eine absolute win-win-situation also!

sicherlich gibt es künftig auch viel mehr angestellte, die sich das warten in den vollgedrängelten arztpraxen lieber gleich ersparen, krank ins büro fahren und dort den rest der kollegen anstecken. auf diese weise kann man als chef gleich die motivation des gesamten teams testen - und weicheier, die beispielsweise im fieberkrampf auf dem büroflur herumrollen oder auf den toiletten zusammenbrechen möchten, schneller aussortieren. 

ja, es ist wie immer ein ausgesprochen effizienter, rundum ausgeklügelter plan, der da dem frettchenhirn entwichen ist. da geht ein raunen durch das land - und die viel proklamierte FREUDE an der arbeit steigt gegen unendlich - insbesondere mit der aussicht, bald bis 70 werkeln zu dürfen, bei einem rentenniveau, das noch mehr unbändige lust auf malochen bis 95 macht.

danke, danke, danke! mehr bleibt an dieser stelle nicht zu sagen. als einzige politische anregung bliebe vielleicht noch der verpflichtende einsatz von panzerschokolade am arbeitsplatz - diese maßnahme würde euphorie und durchhaltevermögen noch einmal ins schier unermessliche steigern.