Freitag, 16. Oktober 2020

im zwei fall

in umbruchsphasen wie diesen bin ich dünnhäutig. alles trifft mich mit voller wucht und ich habe keine filter mehr übrig, um auf die hereinbrechende emotionslawine zu reagieren. 

der luxus-mann findet mich schwierig, weil ich dann extrem schnell an die decke gehe. 

ich finde den luxus-mann schwierig, weil er so wenig empathie hat, dass er fortwährend benzin in mein gefühlsgeloder schüttet. was dazu führt, dass ich mich noch mehr in mir verstricke und verzettle.

kontraproduktiv, dass ich mich in solchen zeiten verstärkt an meinen partner binde, weil ich sicherheit suche. der luxus-mann, ohnehin unterkühlt, entzieht sich dann noch mehr als sonst. 

totale distanz. irgendwie ein déjà-vu.

am liebsten würde ich meine sachen packen und zum objekt in den osten ziehen. 

der potenzielle neue job wird auf so etwas aber keine rücksicht nehmen. "vollgas" wird erwartet und dass es nichts gibt, was wichtiger als der job ist. 

mein potenzieller neuer chef: ein cdu-mitglied. und ich weiß, es wird nicht passen. und muss doch anderweitig so schlecht nicht sein.

oder kann ich passend machen, was nicht stimmt? mit etwas flexibilität?

ich bin nicht dehnbar, eher breche ich.

entsprechend bin ich nach wie vor zerrissen wie ein altes federkissen. tausende daunen, die im wind tanzen. kein fortschritt, kein stillstand, nur heilloses durcheinander.

alles, was ich weiß, ist, dass ich nicht für die liebe gemacht bin. 

und für den kapitalismus auch nicht. 

Kommentare:

  1. Jo! Ich hab hier vor vielen Jahren das letzte mal kommentiert, aber ich lese immer mit und lebe mit in Gedanken, möchte sagen dass ich das mitfühlen kann denn mein A scheint auch so einer zu sein. Ich glaube bei ihm ist das eine gewisse Art um mich härter und robuster zu machen, langfristig. Vielleicht damit das kommende zu bewältigen sein wird. Ich glaube - nur glaube - dass da sehr viel Liebe dahinter verborgen ist, die schwer zu verstehen aber echt ist. Viel was einem scheinbar an Empathie entgegengebracht wird ist ja sozialer Klebstoff, oft mit Eigennutz angerührt. Mir ist das direkte, ziemlich undiplomatische wirklich lieber als das schöntun, wie es so üblich ist. Meine das gar nicht so dass alle Welt schlecht ist und falsch,aber bevor man nicht einmal ganz unten war tickt man schlicht anders. Verständlich und gut so, aber als gezeichneter ist mir das halt nicht mehr genug. Ihr Luxusmann klingt für mich ziemlich direkt, wenn er sie nicht retten kann, was ja per se nie geht, tut er auch nicht so.

    Oje viel zu lange, war keine Absicht. Schöne Grüße aus Wien.

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    1. das ist eine sehr kluge und stimmige analyse. danke dafür.

      der luxus-mann hasst tatsächlich schleimigkeiten. er ist auch keiner, der schwülstig "ich liebe dich" haucht.

      seine beste freundin, die ihn schon ewig kennt, nennt ihn "den mann mit dem goldenen herzen". da ist schon auch was dran. er ist sehr zuverlässig und beständig und zeigt seine zuneigung eher so indirekt. ich schätze z.b., dass man ihm viel sagen kann und sehr ruhig und konstruktiv damit umgeht. damit hat er mein vertrauen in kommunikation sehr gestärkt. ich traue mich inzwischen, ihm viel mehr zu sagen, was mir nicht passt. und damit tue ich mir eigentlich sehr schwer, weil ich entweder zu vorsichtig bin (dann merkt der andere nicht, dass ich mich beschwere) oder aber zu impulsiv (dann denkt der andere, alter, hat die ihre tage oder was?!).

      insofern passt das schon irgendwo richtig gut. er gibt auch zu, dass er mich nicht versteht in vielen dingen. er versucht es dann rational wegzuargumentieren und das ist dann so der moment, in dem ich mich sehr, sehr alleine fühle. weil das rationale so 180 grad an meiner gefühlswirklichkeit vorbeigeht.

      seine faulheit tut ein übrigens. wenn man ihn nicht anbettelt oder hart erpresst, rührt er keinen finger. ich hatte noch nie einen partner, der mich mit allem möglichen kram - umzug, krankheit, komplizierte wege - so alleine lässt. er kommt auch höchst selten auf den gedanken, mal von sich aus was anzubieten. er ist tatsächlich nur hilfsbereit, wenn er einen vorteil davon hat.

      auch dadurch ergibt sich für mich der eindruck, dass er mich gar nicht sieht.

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  2. Ohne es natürlich zu wissen, aber rein meinem Gefühl Ihrer Schilderungen nach denke ich, er sieht sie sehr wohl. Will halt keine Illusionen verkaufen, wie so viele andere das bereitwillig tun oder täten. Die Realität ist, dass jeder für sich selbst steht und je besser er das hinkriegt, desto schöner ist Gemeinschaft. So erkläre ich es mir zumindest. Sende gute Gedanken!

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