Mittwoch, 7. Juni 2017

hart vermissen

fünf tage war der luxus-mann außer landes. fünf tage für mich.
eigentlich hatte ich mich drauf gefreut. mal wieder alleine ausgehen. eigenbröteln. abhängen. vielleicht jemanden treffen, den ich lieber alleine sehe.

da hatte ich die rechnung allerdings ohne die emotionslage gemacht. die fand das nämlich doof.
so richtig total doof.

am freitag ging es noch. freitage sind immer randvoll mit freien aufträgen, therapie, sport, wohnung putzen. samstag wurde es schon unerwartet schwierig. ich war daher ganz happy, dass ich dem luxus-sohnemann das wohnungssitting abgenommen hatte und mich um die luxus-blumen kümmern durfte. ich machte also einen wohnungsbesuch, goss die pflanzen, räumte auf, saugte die küche und saß dann auf dem balkon.
und fühlte mich ganz furchtbar.

eingedenk des auftrags meiner therapeutin legte ich mich bei mir innerlich auf die couch und versuchte, die lage zu sondieren. was war jetzt so schlimm? ich hatte ein langes wochenende, keinen stress und keine aufträge, die steuer war raus, die sonne schien und ich saß ganz gediegen bei einem glas rotwein auf dem balkon. kein grund zum unglücklichsein.

fakt war jedoch: ich fühlte mich wahnsinnig einsam.
was macht man gegen einsamkeit? genau, jemanden treffen.

also funkte ich die lederjacke an. die war aber mit seiner freundin bei ihren eltern.
v., meinen einstig besten kumpel, wollte ich nicht kontaktieren. er verhielt sich höchst seltsam, seit ich mit dem luxus-mann zusammen war.
die objektexfreundin, die seit kurzem in hamburg wohnte, antwortet mir nicht, was aber zu ihrer etwas unbekümmerten art passte.
zuletzt überlegte ich, das objekt anzuschreiben und um ein telefonat zu betteln. was ich dann wieder verwarf, denn es könnte auch zusätzliche unordnung in mein gefühlschaos bringen.

last but not least feierte ich mein einsames wochenende mit der luxus-hausbar.
und kiffte furchtbar viel.
und bin mir nun klarer denn je darüber, wie wahnsinnig wertvoll der luxus-mann für mich geworden ist.

Kommentare:

  1. Somit waren die fünf Tage wertvoll.

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  2. absolut, nicht angenehm, aber die großen erkenntnisse sind ja nicht immer angenehm. ;)

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