Donnerstag, 18. August 2016

in parallel

es gibt nichts motivierendes, als wenn der ficker im urlaub weilt, während man arbeiten muss. die tage habe ich homeoffice, weil ich gewissermaßen von arzttermin zu arzttermin lebe. eine zusätzliche motivation in diesem umfeld bildet das gleichmäßige schnarchen der katze aus dem sessel schräg gegenüber.

mit dem luxus-mann war es zu einem erneuten kurzfristigen und glücklicherweise vorübergehendem zerwürfnis gekommen, als wir samstagnacht chatteten, während er mit freunden unterwegs war und ich alleine in einer diskothek abhing.
"was machste gerade", wollte der luxus-mann wissen, nachdem er ein bild von sich und seiner fröhlich saufenden truppe geschickt hatte.
"ich trinke cocktails", schrieb ich zurück. "andere schwänze kriege ich ja gerade nicht."

die kleine szene führte zu einem tödlich beleidigtem 48-stündigen anschweigen und einer darauffolgenden sehr bösen nachricht von seiten des luxus-mannes, dass er "meine ständige schwanzsuche nicht kommentieren möchte". nachdem ich dann erklärte, dass ich von meinem cock-tail und nicht von menschlichen schwänzen gesprochen hatte, kriegte er sich offenbar wieder ein und schickte mir bilder aus einem hexenverfolgungs-museum, aus dem er mir gerne den mit spitzen nägeln gespickten stuhl mitbringen wollte, woraufhin ich entgegnete, dass dies meine allmacht über seinen schwanz nicht schwächen würde.

tagsdrauf erhielt ich ein foto von einem großen weißlichen fleck auf dunklen untergrund, das zu einer freudschen fehlinterpretation herausfordern wollte, was ich natürlich durchschaute.
"welcher vogel hat dich da denn angekackt?", fragte ich.
"kein vogel", schrieb der luxus-mann zurück.
ich kam nicht drauf, bis mich der luxus-mann schließlich aufklärte und zugab, dass es sich lediglich um einen großen klecks haargel handelte.

montag kommt er wieder. ich freue mich, aber ich habe keine wildes objektives sehnen in meiner brust, keine schlaflosen nächste, keine wandergedanken auf der suche nach einer süßen erinnerung.
es ist ruhig im kopf.
es ist schön im kopf.
immer wieder erleichtert und erstaunt mich dieser enorme unterschied im eigenen empfinden. immer wieder vergleiche ich, um wiederholt festzustellen, dass es keines vergleichs bedarf.
der luxus-mann ist eben der luxus-mann.


Kommentare:

  1. Richtig! Punkt! Vergleichen ist ja Schwachsinn :)

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  2. Manchmal ja, manchmal gar nicht, finde ich. Irgendwie doch auch schön, dass man von verschiedenen Menschen so verschiedene Dinge bekommt, oder annehmen kann, und auch selbst so verschieden empfindet. Nein?

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