Montag, 20. Oktober 2025

oktoberfest

die vorboten des winters kriechen durchs land. ich mache mich oktoberfest: muss das herz warmhalten, während von überall kälte über mich schwappt.

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wohnungsangebot erhalten, neubau, mittleres bis gutes viertel, "möbliert", 40 € der quadratmeter. die 2 zimmer / 80 qm gibts also kalt für 3200 €, warm dann so 4000 €. eine summe, die 90 % aller deutschen nicht einmal netto verdienen.

das allerbeste: man kann diese betrügerische schweinerei nicht einmal der behörde melden, weil kackstadt mietmelden nur für bestehende mietverhältnisse vorsieht. 

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keine oktoberbelebung für den arbeitsmarkt, ganz im gegenteil. immer mehr jobs in der werbung werden neuerdings als "ehrenamt" ausgeschrieben. aber 40 h/woche, du faule arbeitslose sau! gedanklich bin ich schon in einer umschulung. 

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gletschermodus auch im liebesleben. den luxus-jahresurlaub mit dem anstrengenden fräulein tochter gecancelt. kann er sich wen anderes suchen, der kocht und sich kümmert und sich dabei nörgeleien anhört. die des pubertiers und die eigenen. überhaupt so gar keine lust mehr auf irgendwas luxuriöses, nicht mal sex.

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entdeckt, wie gut man mit chatgpt reden kann. eine maschine ist nicht unfreundlich oder abweisend. im gegenteil: ki gibt erstaunlich sinnvolle und zutreffende ratschläge, deutlich bessere als alle meine bisherigen menschlichen psychotherapeuten zusammen. so traurig wie wunderschön.

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oktober, du mein lieblingsmonat, ich sehne mich so sehr nach nachhause. nach duft und frische, nach gold und farben, nach freundschaft und herzenswärme. 

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sounds for the usa: 

Montag, 13. Oktober 2025

endlich gerächtigkeit!

achtung: satire! eventuelle anspielungen auf ns-gedankengut sind dem damaligen kontext enthoben und nicht wörtlich zu nehmen. wer das nicht differenzieren kann, sollte sich an dieser stelle verabschieden.

hurrah, frettchen fotzenkopp und sein gruselkabinett haben geliefert und bürgergeld in grundsicherung umbenannt! nun können 15 milliarden, pardon, doch nur 2 milliarden (oder vielleicht auch nur ein paar milliönchen, frettchen müssen schließlich kein mathe können!), von bösen bürgergeld-betrügern eingesammelt werden. 

und nicht nur von diesen verlotterten betrügern! sondern vor allem von allen, die sich vor dumpinglohn-jobs drücken wollen, weil sie keine FREUDE an arbeit empfinden, wenn sie 12 stunden lang pakete zum mindestlohn in den 5. stock schleppen oder wahlweise renitenten senioren den arsch abwischen. und natürlich auch von allen, die zwar in dumpinglohn-jobs arbeiten, aber meinen, sie hätten anspruch auf eine aufstocker-extra-wurst, weil sie den rachen nicht mit billigem fastfood vollkriegen oder glauben, sie müssten im winter unbedingt heizen! wo kälte doch bekanntlich geist und körper stählt!

ja, mit frettchen fotzenkopp werden jetzt gerächtigkeit, zucht und ordnung in deutschland einkehren! ehrlich und hart arbeitende lobbyisten können wie bisher grenzenlos gewinne maximieren und anleger befriedigen, während unsere lieben vermögensmilliardäre - das rückgrat deutschlands - weiterhin in ruhe überlegen dürfen, wie sie erträge in "stiftungen" verstecken oder sonstwie abgabefrei verprassen. 

denn ja, das ist wirklich harte, heroische arbeit! bedenken sie mal: schon bei nur einer milliarde vermögen und einer konservativen anlageform von 4 % hätten sie monatlich rund 3,33 millionen euro zinserträge. können sie sich vorstellen, wie anstrengend es ist, sich zu überlegen, ob man das als anzahlung für die privatjacht nimmt oder lieber mit den kindern ein paar wochen shopping-safari in dubai macht? das ist eine psychische belastung! das ist wahre verantwortung, die bewunderung und anerkennung verdient - und zwar auch finanziell! 

für so viel gerächtigkeit müssen natürlich auch ein paar abstriche gemacht werden. kranken- und pflegekassen werden erstmal nicht saniert, auch die rente muss warten. aber hey, wer wirklich ehrenhaft mit zinsen und zinseszinsen seinen champagner finanziert, braucht gar keine rente!

auch sozialer, nachhaltiger wohnungsbau ist komplett für die katz, denn wer wirklich hart und mit FREUDE arbeitet (also so bis 75 oder 80) und dabei auf überflüssigen luxus wie nudeln oder tostbrot verzichtet, kann sich später locker selber eine ganz eigene wellblechhütte im wald basteln. da muss man halt mal die hühneraugen zusammenkneifen und sich zu etwas FREUDE bei der arbeit zwingen! 

mit frettchen fotzenkopp werden wir uns also endlich wieder auf gerächtigkeit und wahre werte besinnen lernen. denn wie hieß das in den guten alten zeiten noch so schön? kraft durch FREUDE! 

also stellen sie sich mal nicht so an! und wenn sie doch mal traurig sind, nehmen sie sich ein vorbild am markus: essen sie einfach eine wurst. natürlich eine mit echtem, ehrlichen fleisch, aus echten toten tieren, produziert am fließband von einem ehrenhaften, mindestlohnzahlenden lobbyisten-großkonzern. denn sie erinnern sich sicherlich noch: jedem das seine! und glauben sie mir, dem fotzenkopp-clan sind sie als bürger wirklich komplett wurst.

Donnerstag, 2. Oktober 2025

fluchtpunkte

ich bin erneut in der heimat, um mit notarieller hilfe eine menge kram geregelt zu kriegen. das haus ist - generalvollmacht und mutti sei dank - seit gestern auf dem papier mein. vorausgesetzt, es bleibt noch alles mindestens 10 jahre wie es ist. ich bete, dass wir auf absehbare zeit keinen zweiten pflegeheimplatz benötigen, vor allem nicht parallel zu meinem vater. (wahrscheinlich hört mr. murphy schon wieder mit, aber: fick dich, mr. murphy.)

mein vater hat mangels realistischer selbsteinschätzung damit gerechnet, im oktober das heim zu verlassen und wieder zuhause leben zu können. dass dem nicht so ist, frustriert ihn sehr. alle paar stunden ruft er an und erzählt die immer selben dinge, die ihn stören: dass die pfleger ihn immer punkt 12 zum mittag holen. dass man ihn schon abends um 7 bettfertig macht. und dass ihm langweilig sei.

normalerweise versuche ich, therapeutisch wertvoll und empathisch auf meinen vater einzugehen. aber es kommt leider nie etwas an. die geschichten wiederholen sich einer endlos-schleife. heute ist das mitgefühl-maß dann mal voll und ich gehe ungebremst an die decke. ob er sich mal eine vorstellung davon macht, wie es mir oder meiner mutter mit der situation geht, frage ich. dass er froh und dankbar sein kann, dass er nicht in einem mehrbettzimmer am ende der stadt gelandet ist, sondern in einem komfortablen neubau-einzelzimmer in nächster nähe, wo er immerhin fast täglich besuch von muttern erhält. die ihm zudem nach wie vor seine vollgepissten hosen wäscht, um angesichts der exorbitanten heimrechnungen wenigstens die wäscherei-pauschale zu sparen. und dass ich nur deshalb die ganzen finanzen und diesen pflege-bürokratie-irrsinn einigermaßen manage, weil mir jeden tag eine handvoll antidepressiva den kopf ein stück weit freihalten.

"ich erwarte ja keinen dank oder dass du das heim am ende irgendwie schön findest", schließe ich meine kleine rede. "aber ein wenig respekt und dass du auch mal fünf minuten an andere denkst! du hast deine situation mit deiner faulheit maßgeblich mitverschuldet - und wir müssen es genau so ausbaden wie du."

ich spüre, wie die liebe zu meinem vater schwankt. die vorstellung, dass er sterben könnte, hat dadurch in überraschendem ausmaß an schrecken verloren. abends sitze ich über den alten familienalben. ich sehe mich auf den bildern - als baby, sicher und geborgen im arm meines vaters. seine weichen gesichtszüge hinter dem bart, das glückselige lächeln, voller vaterstolz. wo ist dieser mensch hingegangen? wann sind ihm jegliche gefühle so abhanden gekommen? ist das alles die demenz? oder war er schon immer irgendwo so - und jetzt fällt nur alters- und krankheitsbedingt die maske?

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um mir angesichts meines kummers angenehme abwechslung zu verschaffen, versuche ich, auch diesmal ein treffen mit dem ex-herzensbrecher zu arrangieren. der signalisiert mir, dass das leider sehr unwahrscheinlich sei, da er irrsinnigen stress mit seiner firma hat. aber dann kommt doch noch eine nachricht - sehr kurzfristig, knapp, nur uhrzeit und treffpunkt.

"ich hab eigentlich überhaupt keine zeit", sagt er, als er aus dem wagen steigt und mich umarmt. "aber das war mir jetzt komplett egal." 

gibt es ein schöneres kompliment als derart klare prioritäten?

wieder wandern wir feldeinwärts an unserem lieblingsort. dabei erzählt er mir vom firmen- und familienwahnsinn, und ich berichte von meiner nun doch erfolgreichen, wenn auch nicht wirklich glücklichen jobsuche. danach kommen wir auf das thema beziehung zu sprechen - und ich reiße an, dass ich mich derzeit mal wieder weniger in meiner partnerschaft sehe und über eine zukunft keine prognose wage.

"bei meiner frau und mir... da würde jetzt auch keiner mehr behaupten, dass wir noch das harmonische paar sind, das wir mal waren", berichtet er. "aber das will ich ihr nicht übel nehmen, sie hat eben ein sehr schweres gesundheitliches schicksal. das verändert auch die beziehung."

um nicht im schwierigen familienleben aufgerieben zu werden, verschafft sich der ex-herzensbrecher fluchtpunkte. ein berater-vertrag wird ihn auch künftig noch die welt bereisen lassen, und ein ferienhaus an der küste hilft ihm, abstand zwischendurch zu gewinnen. sein glück ist, dass er das nötige kleingeld dafür hat.

"da kommt man übrigens super auch ohne auto oder flieger hin", ergänzt er zum thema ferienhaus. "mit dem flixbus geht das von hier aus schon für 20 euro." 
"hör auf, mir sowas zu erzählen, sonst komm ich noch auf dumme ideen, setze mich in einen flixbus und klingle bei dir", scherze ich.
"wenn meine frau nicht da ist, ginge das sogar", sagt er leichthin. "ansonsten... vielleicht komme ich auch mal nach hh, so als berater."

wir steigen zusammen über die mit hohem gras bewachsenen hügel.
"wenn ich hier einen guten job bekäme, würde ich inzwischen ja zurückkommen", sage ich spontan.
"echt? das wäre aber schön!" 
das klingt euphorischer als ich angesichts unserer komplexen vorgeschichte erwartet hätte.
"vor unserem letzten treffen war ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob du den kontakt zu mir noch bzw. wieder willst", sage ich.
"doch, auf jeden fall", meint er. "ich treffe mich immer gerne mit interessanten menschen. es war nur so... diese zehn jahre dazwischen, in denen wir uns nicht gesehen haben... da ist so viel passiert. ich hab die zeit gar nicht gespürt. und du bist ja auch... so unverändert. aber das hab ich dir ja schon letztes mal gesagt."

wir stehen noch eine weile an der kleinen brücke in der sonne und schauen aufs wasser.
"hast du eigentlich was aus deinem schreiben gemacht?" fragt er. "bzw. schreibst du überhaupt noch?" 
"schon", sage ich. "ich fange immer an mit großen ideen und dann verliere ich die lust. und denke, eigentlich habe ich in wirklichkeit gar nichts zu sagen. wahrscheinlich ein adhs-ding. die ewig unvollendete oder so."
"ich wollte immer gern einen besonderen stil oder so entwickeln. also wirklich kunst mit sprache machen."
"dafür bin ich inzwischen viel zu pragmatisch. ich will nur dieses übermaß an intensiven gedanken, gefühlen und erlebnissen irgendwie loswerden. sonst erdrückt es mich. schreiben ist für mich eher eine art... überlebensnotwendige maßnahme."
"das ist ja vielleicht auch eine kunst... so ungekünstelt zu sein", findet er. 

als ich später nachhause radle, bin ich für einen moment richtig glücklich. zwar habe ich kein ferienhaus und keinen hochdotierten, internationalen berater-job. aber ich habe spannende verabredungen wie diese als fluchtpunkte.

Mittwoch, 24. September 2025

lost monday

am montag stand ich zeitig auf, da ich einiges vorhatte: ich wollte mit der bahn richtung heimat fahren, um am vormittag des folgetages einen notar-termin wahrzunehmen. vor meiner abreise am frühen nachmittag musste ich jedoch unbedingt noch ein rezept sowie ein einschreiben abholen.

meine erste station war die arztpraxis, wo ich bereits in der vorwoche extra per mail um ausstellung des rezepts pünktlich zum montag gebeten hatte - mit hinweis auf den auswärtigen notar-termin am anderen ende deutschlands und die bestehende absprache mit meiner ärztin.

die sprechstundenhilfe guckte allerdings autos, als ich am tresen stehend mein sprüchlein aufsagte. es sei kein entsprechender auftrag im system angelegt, hieß es. ich wiederholte, was in meiner e-mail gestanden hatte und bat um nachfrage bei meiner ärztin. "frau doktor ist im urlaub", teilte man mir mit. meine anfrage sei wohl "im computer untergegangen". vor meinem geistigen auge sag ich eine nemesis-welle aus nullen und einsen über die festplatte schwappen.

"und nun?" insistierte ich. tja, da wisse man jetzt auch nicht so recht. ob ich nicht morgen wiederkommen könne und dann.... nein, sagte ich, da sei ich schon weg. nur deshalb hätte ich auch so einen aufstand per e-mail gemacht, dass ich mein rezept unbedingt MONTAG brauche. 

zum glück kam uns die etwas erfahrenere kollegin der sprechstundenhilfe zuhilfe, die mich mit ihrer sanften schlaflied-stimme fragte, ob es ok wäre, wenn sie den wisch per reitendem boten schicken. ich könne ja die adresse meiner eltern sowie 95 cent für den ritt  hinterlegen. immerhin gibt es lösungsorientierte menschen in analog-absurdistan, dachte ich. also schnell die adresse auf einen zettel gepinnt und dann ab richtung postfiliale, um mein einschreiben zu holen.

auch bei der post standen alle zeichen auf pleiten, pech und pannen: man glotzte verdächtig lange und ahnungslos auf meinen einschreiben-abholschein. dann wanderte das kärtchen durch die hände diverser kollegen, die ratlose blicke tauschten. endlich schlufte einer ins lager und suchte, danach kamen noch zwei hintendrein. nach mehreren minuten erfolglosen wühlens teilte man mir mit, man könne leider kein einschreiben an mich finden. mr. murphy kicherte indes hörbar im hintergrund.

als ich gegen mittag zuhause war, packte ich schnell meinen koffer und guckte dann in meiner bahn-app nach potenziellen verspätungen und gleisänderungen. immerhin hatte ich seit zwei jahren keine einzige reise mit weniger als 30 minuten verspätung erlebt. 

diesmal jedoch erwartete mich nicht das übliche mittlere ungemach, sondern eine wahre horror-botschaft: wegen eines oberleitungsschadens würden heute zahlreiche züge ausfallen und immense verspätungen auftreten. ich hoffte noch für drei sekunden, dass der oberleitungsschaden eine der 3865294 anderen strecken in deutschland betraf. doch in der tat war meine MEINE verbindung beeinträchtigt. 

mein zug war zwar einer der sehr wenigen, die laut app nicht ausfielen und nur auf unendlich langen umwegen umgeleitet würden. doch ich kannte ja mr. murphy: er würde mich noch ein weilchen in falscher sicherheit wiegen - aber eben nur, um anlauf für den finalen arschtritt zu nehmen. kurz vor knapp hieß es dann tatsächlich: "verbindung fällt aus, hihi, bleib zuhaus!". 

ich recherchierte verzweifelt alternativen und vor allem verlässliche informationen zur dauer der reparaturarbeiten. zunächst lauteten die angaben hierzu: "bis zum nachmittag", wenig später aber: "bis mindestens zum abend".

ich überlegte: sollte ich eine der sehr wenigen, vermutlich hardcore überfüllten züge am späteren abend nehmen? dann würde ich den notar-termin noch schaffen. allerdings änderten sich bei diesen verbindungen minütlich abfahrtzeiten und die anzahl der hineingewürfelten zwischenhaltestellen. aus meiner knapp 5-stündigen fahrt würden auf jeden fall 6,5 bis 8 stunden werden, so viel stand fest. laut fahrplan würde ich am ende spätnachts irgendwo bei würzburg stranden - weiterfahrt ungewiss.

vermutlich war es also besser, bis zum nächsten tag zu warten - sofern die reparaturen bis dahin erledigt waren. ein restrisiko bestand, denn "mindestens bis zum späten abend" konnte bei der bahn locker auch "bis weihnachten 2028" bedeuten. also rief ich den notar an und bat um verschiebung des termins. wovon dieser selbstverständlich restlos begeistert war.

mr. murphy nickte indes sehr zufrieden. er hatte ausgesprochen effizient und ausdauernd daran gearbeitet, um mich heute erfolgreich in jeder nur erdenklichen hinsicht scheitern zu lassen. zur feier meiner frustration ließ er den schizo-nachbarn bis weit nach mitternacht gruselige schauer-gesänge anstimmen. in dieser beschaulichen geisterbahn-atmosphäre dämmerte ich hoffnungsvoll dem nächsten morgen entgegen.

Dienstag, 23. September 2025

social mordor

ich versuche, mich aus social modor komplett herauszuhalten, denn es ist ein abgrund menschlicher abscheulichkeit. allerdings habe ich noch einen instagram-account und da gucke ich dann hin und wieder doch mal.

heute entdeckte ich einen post einer renommierten tageszeitung über studenten in thüringen, die ewig auf ihr bafög warten müssen und deshalb protestieren.

kommentiert wurde darunter wie folgt:

  • "warum gehen die nicht arbeiten?" ein noch sehr harmloser kommentar, der allenfalls verkennt, dass für studenten geeignete aushilfsjobs nicht spontan vom himmel fallen und darüber hinaus gerne an weniger gebildete menschen vergeben werden, die länger als bis semesterende bleiben, nicht wegen prüfungsphasen zwischendurch freihaben wollen - und zudem nicht so genau wissen, was mindestlohn ist. 
  • "die wollen nur vom geld der anderen leben!!" bafög ist vor allem deshalb so unglaublich komfortabel für sozialschmarotzer, weil man es a) nur wenige jahre unter auflagen bekommt und b) zur hälfte zurückzahlen muss. das hat karl-heinz aus dem schrebergarten mal eiskalt mit seinem taschenrechner kalkuliert.
  • "wer kein geld hat, soll halt nicht studieren!" dieser kommentar ließ mich dann komplett fassungslos zurück, weil er so bodenlos dumm ist, dass man sich fragen muss, wie diese person es schafft zu atmen. warum sollten weniger privilegierte junge menschen einen niedriglohnjob annehmen, der dauerhaft deutlich weniger geld in die steuerkassen spült als ein akademikerjob und vielleicht noch langfristig wohngeld und andere zuschüsse nötig macht? so eine milchmädchenrechnung stellt sonst nur frettchen fotzenkopp an, wenn er mal wieder zu lange mit seinem privatjet in sauerstoffarmen höhen geflogen ist.

was mich neben diesem intellektuellen zwergentum besonders abstößt, sind respektlosigkeit, neid und niedertracht. dieser abschaum ist nicht einfach nur komplett verblödet, sondern zutiefst moralisch pervertiert.

inzwischen bin ich für das eine oder andere, was ich früher verdammt habe - zum beispiel klarnamen-pflicht und hinterlegte ausweisdokumente für social media-accounts. auch die gez-gebühren haben für mich an sinn gewonnen - stell man sich mal vor, dieser social mordor-abschaum würde zur alleinigen meinungsführenden institution! außer hass und lügen gäbe es überhaupt keine informationen mehr.

abgesehen davon hoffe ich sehr, dass uns eines tages aliens besuchen und wie in einem üblen splatterfilm alles leben auf zwei beinen ausradieren. wir haben es zutiefst verdient - die aus dem social mordor zuerst.