damit ich bei meinem heimatbesuch auch mal was essen kann, was ich mag, hat sich meine mutter bereit erklärt, ein orientalisches gemüse-gericht zu kochen.
"das schmeckt irgendwie seltsam", finde ich nach dem ersten bissen. "so gar nicht orientalisch."
"aber es ist doch deftig", erwidert meine mutter.
"ja schon... aber es hat einen ganz komischen beigeschmack. so ein bisschen wie magendarmtee."
"da ist ja auch kümmel drin."
"das wird es sein."
"aber der sollte da rein. also eigentlich kreuzkümmel, aber den hatte ich nicht, deswegen hab ich normalen kümmel genommen."
"aber kreuzkümmel und kümmel sind was total verschiedenes! das schmeckt doch ganz anders!"
"meinst du, ich kauf extra kreuzkümmel und dann essen wir das vielleicht nie wieder?! da sollte ja auch thai-basilikum rein. hatte ich auch nicht. habe ich petersilie genommen."
das erklärte einiges.
im essen ist außerdem jede menge grüne paprika, eines der wenigen gemüse, die ich so gar nicht mag.
"die paprika gehört da aber wirklich rein", interveniert meine mutter, als ich die grünen stücke an den rand des tellers sortiere.
"grüne finde ich echt ein bisschen eklig", sage ich.
"ja, im rezept stand auch rote, aber die waren alle so groß", erzählt meine mutter.
"die grüne scheint auch nicht sehr klein gewesen zu sein", sage ich bedauernd.
"es sollte eigentlich nur eine halbe rote rein, aber ich dachte mir, dann liegt eine halbe paprika rum und vergammelt, weil das so ja niemand isst. deswegen hab ich die ganze reingemacht."
auf dem gemüse ist feta. er ist ganz braun und trocken, da das gericht im ofen war. ich schabe die trockenen stellen ab und schiebe sie an den rand zu den grünen paprika.
"der feta ist irgendwie nicht geschmolzen", sagt meine mutter.
"das ist ja auch kein käse zum überbacken."
"eigentlich sollte man den auch unter das gemüse mischen. aber ich dachte, das kann nicht sein, käse gehört doch immer oben drauf, so wie bei der pizza eben auch."
ich seufze.
"wollen wir morgen lieber essen gehen?"
Freitag, 6. April 2018
Dienstag, 3. April 2018
37 + 2
der luxus-mann war gewissermaßen mein geburtstagsgeschenk vor zwei jahren.
als ich heute das rote zimmer betrete, warten dort zwei kleider, lustiger schnickschnack und ein kurzurlaub auf mich. liebevoll verpackt und mit einem geschenkband an einen großen, herzförmigen heliumballon gebunden.
außerdem hat der luxus-mann auf leinwand ein bild mit zwei eulen gemalt, die eine wach und etwas genervt dreinschauend, und eine kleine, die sich mit geschlossenen augen an die große kuschelt.
"das sind wir."
"du meinst, ich bin die kuscheleule und du machst gute miene zum bösen spiel, weil du weißt, es gibt für das ganze gekuschel wenigstens einen guten blowjob?"
"so ähnlich", grinst der luxus-mann.
später, als wir nach dem sex nebeneinander liegen, fische ich den helium-ballon mit den zehen von der decke und binde ihn um den luxus-schwanz.
"du willst ja nur meinen körper", sagt der luxus-mann gespielt beleidigt.
"du bist der vielversprechendste mann, den ich je kennen gelernt habe", erwidere ich ernst.
"weil wir uns so gut verstehen?"
"ja. beziehungsweise gibt es nichts, was uns jetzt grundlegend entzweit. das hatte ich nach zwei jahren noch nie."
"echt?"
"ja. meist zeichnete sich schon recht früh ein bestimmtes, nachhaltiges konfliktpotenzial ab. zum beispiel eifersucht, geltungsbedürfnis, unzuverlässigkeit oder auch einfach grundlegend verschiedene zukunftspläne. das kann man eine weile mithilfe naiver romantik als unbedeutend abtun, aber irgendwann killt es dich."
"ich weiß, was du meinst."
verdammt, und ich weiß, was ich an diesem mann habe.
als ich heute das rote zimmer betrete, warten dort zwei kleider, lustiger schnickschnack und ein kurzurlaub auf mich. liebevoll verpackt und mit einem geschenkband an einen großen, herzförmigen heliumballon gebunden.
außerdem hat der luxus-mann auf leinwand ein bild mit zwei eulen gemalt, die eine wach und etwas genervt dreinschauend, und eine kleine, die sich mit geschlossenen augen an die große kuschelt.
"das sind wir."
"du meinst, ich bin die kuscheleule und du machst gute miene zum bösen spiel, weil du weißt, es gibt für das ganze gekuschel wenigstens einen guten blowjob?"
"so ähnlich", grinst der luxus-mann.
später, als wir nach dem sex nebeneinander liegen, fische ich den helium-ballon mit den zehen von der decke und binde ihn um den luxus-schwanz.
"du willst ja nur meinen körper", sagt der luxus-mann gespielt beleidigt.
"du bist der vielversprechendste mann, den ich je kennen gelernt habe", erwidere ich ernst.
"weil wir uns so gut verstehen?"
"ja. beziehungsweise gibt es nichts, was uns jetzt grundlegend entzweit. das hatte ich nach zwei jahren noch nie."
"echt?"
"ja. meist zeichnete sich schon recht früh ein bestimmtes, nachhaltiges konfliktpotenzial ab. zum beispiel eifersucht, geltungsbedürfnis, unzuverlässigkeit oder auch einfach grundlegend verschiedene zukunftspläne. das kann man eine weile mithilfe naiver romantik als unbedeutend abtun, aber irgendwann killt es dich."
"ich weiß, was du meinst."
verdammt, und ich weiß, was ich an diesem mann habe.
Donnerstag, 29. März 2018
feieraamd
mit dayvan cowboy im ohr gehe ich den schmalen weg an den kleingärten vorbei, der schlüssel klimpert freudig in meiner hand.
gleich bin ich zuhause.
gleich gleich gleich.
diese unheimlich geile vorstufe von jetzt.
drinnen sitzt die katze einen zentimeter hinter der tür und erwartet wie immer, dass man über sie drübersteigt, wenn man herein möchte. ein unverrückbares kohlrabenschwarzes bündel flausch, das gnä frollein.
ich mach mir erstmal einen orgasmus. einen für den gaumen, einen für die klit.
denn ich hab feierabend.
und urlaub.
der rest der welt kann mich jetzt theoretisch am arsch lecken.
praktisch auch.
gleich bin ich zuhause.
gleich gleich gleich.
diese unheimlich geile vorstufe von jetzt.
drinnen sitzt die katze einen zentimeter hinter der tür und erwartet wie immer, dass man über sie drübersteigt, wenn man herein möchte. ein unverrückbares kohlrabenschwarzes bündel flausch, das gnä frollein.
ich mach mir erstmal einen orgasmus. einen für den gaumen, einen für die klit.
denn ich hab feierabend.
und urlaub.
der rest der welt kann mich jetzt theoretisch am arsch lecken.
praktisch auch.
Montag, 19. März 2018
turn radio hamburg off
beim frühstück hören der luxus-mann und ich meist radio hamburg. man muss ja wissen, wie das wetter wird und auf welchen straßen mal wieder stau ist, bevor man zur arbeit düst.
während wir kaffee trinken, plärren also justin bieber oder eine der anderen 500 exakt gleich klingenden musikalischen retorten aus dem kleinen kofferradio. ab und an labert der abartig gut gelaunte moderator dazwischen und verspricht "nur die absoluten mega-hits" für die nächste stunde.
"ich frage mich ja, was dieses ständige gequatsche vonwegen mega-hits soll", grummelt der luxus-mann. "ich mein, da klingt ein lied wie das andere, da ist null vielfalt drin, alles so ne schwulen jammerlappen, die ins mikro jaulen, als hätten sie ihre mutti beim einkaufen verloren."
"kulturelle gleichschaltung", sage ich. "bei hitler wars der sonntagseintopf, bei uns sind es kunst, musik und film. und klamotten. es gibt ja beispielsweise nur noch weiber in skinny jeans und zeltpullis und dann dieser lachhafte trend mit den nackten knöcheln. alle sehen gleich aus, mögen das gleiche, hören das gleiche und tun das gleiche. deswegen siehts in deutschland auch so aus wie es aussieht. keine ideen, keine impulse, nur stumpfes weiter-so."
der luxus-mann stöhnt entnervt:
"mach mal leiser! das hält ja keiner aus!"
ich drehe mich um, um den jungen mann, der jammert, als sei er eben von der treppe gefallen, ansatzweise stumm zu schalten.
"ich frag mich ja, was ich denken würde, wenn ich heute ein teenie wäre", sage ich. "ich meine, als ich 13 war, waren nirvana in den charts, gleichzeitig brit pop wie oasis, daneben euro dance wie la bouche und dann noch so heuler wie die kelly family. da konnte man auch den ganzen miesen rotz leichter ertragen, weil man wusste, irgendwann kommt wieder ein stück, das will man dann ganz laut drehen. heute ist das alles so eine langweilige scheiße."
"wenn radio hamburg sagt, wir spielen eure mega hits, würde ich da ja gern mal anrufen und mir irgend so ein black metal-stück wünschen", sagt der luxus-mann. "bestimmt kennen die flitzpiepen von diesem kack radio hamburg sowas nicht mal."
"ich weiß auch noch, es gab ja echt coole texte früher. auch so in den 80ern. da hab ich mir die lyrics im internet gesucht und das dann übersetzt mit meinem siebtklässler-englisch. heute ist das alles so inspiriert wie dieter bohlen auf barbituraten. alles ohne bedeutung - für eine generation ohne werte, die sich hinter ihren helikopter-eltern versteckt."
"genau wie mein sohn. der macht ja auch nichts ohne seine mami", schnaubt der luxus-mann voller verachtung.
"vielleicht sind wir aber auch einfach nur alt", überlege ich.
"für guten geschmack ist man nie zu alt."
"auch wieder wahr."
"also kein radio hamburg nächsten die tage?"
"wir können ja auch internet-radio über mein handy hören. das bringt dann allerdings keine hamburger wetter- und verkehrsmeldungen, weil das sitzt in detroit."
"schauen wir mal. wie das wetter wird, kriegt man ja theoretisch auch mit, wenn man mal aus dem fenster schaut."
"wir können auch nach detroit auswandern, von mir aus."
"ich weiß schon, dass dich hier nichts hält."
ich stehe auf und krabbele auf den luxus-mann drauf:
"doch. du."
während wir kaffee trinken, plärren also justin bieber oder eine der anderen 500 exakt gleich klingenden musikalischen retorten aus dem kleinen kofferradio. ab und an labert der abartig gut gelaunte moderator dazwischen und verspricht "nur die absoluten mega-hits" für die nächste stunde.
"ich frage mich ja, was dieses ständige gequatsche vonwegen mega-hits soll", grummelt der luxus-mann. "ich mein, da klingt ein lied wie das andere, da ist null vielfalt drin, alles so ne schwulen jammerlappen, die ins mikro jaulen, als hätten sie ihre mutti beim einkaufen verloren."
"kulturelle gleichschaltung", sage ich. "bei hitler wars der sonntagseintopf, bei uns sind es kunst, musik und film. und klamotten. es gibt ja beispielsweise nur noch weiber in skinny jeans und zeltpullis und dann dieser lachhafte trend mit den nackten knöcheln. alle sehen gleich aus, mögen das gleiche, hören das gleiche und tun das gleiche. deswegen siehts in deutschland auch so aus wie es aussieht. keine ideen, keine impulse, nur stumpfes weiter-so."
der luxus-mann stöhnt entnervt:
"mach mal leiser! das hält ja keiner aus!"
ich drehe mich um, um den jungen mann, der jammert, als sei er eben von der treppe gefallen, ansatzweise stumm zu schalten.
"ich frag mich ja, was ich denken würde, wenn ich heute ein teenie wäre", sage ich. "ich meine, als ich 13 war, waren nirvana in den charts, gleichzeitig brit pop wie oasis, daneben euro dance wie la bouche und dann noch so heuler wie die kelly family. da konnte man auch den ganzen miesen rotz leichter ertragen, weil man wusste, irgendwann kommt wieder ein stück, das will man dann ganz laut drehen. heute ist das alles so eine langweilige scheiße."
"wenn radio hamburg sagt, wir spielen eure mega hits, würde ich da ja gern mal anrufen und mir irgend so ein black metal-stück wünschen", sagt der luxus-mann. "bestimmt kennen die flitzpiepen von diesem kack radio hamburg sowas nicht mal."
"ich weiß auch noch, es gab ja echt coole texte früher. auch so in den 80ern. da hab ich mir die lyrics im internet gesucht und das dann übersetzt mit meinem siebtklässler-englisch. heute ist das alles so inspiriert wie dieter bohlen auf barbituraten. alles ohne bedeutung - für eine generation ohne werte, die sich hinter ihren helikopter-eltern versteckt."
"genau wie mein sohn. der macht ja auch nichts ohne seine mami", schnaubt der luxus-mann voller verachtung.
"vielleicht sind wir aber auch einfach nur alt", überlege ich.
"für guten geschmack ist man nie zu alt."
"auch wieder wahr."
"also kein radio hamburg nächsten die tage?"
"wir können ja auch internet-radio über mein handy hören. das bringt dann allerdings keine hamburger wetter- und verkehrsmeldungen, weil das sitzt in detroit."
"schauen wir mal. wie das wetter wird, kriegt man ja theoretisch auch mit, wenn man mal aus dem fenster schaut."
"wir können auch nach detroit auswandern, von mir aus."
"ich weiß schon, dass dich hier nichts hält."
ich stehe auf und krabbele auf den luxus-mann drauf:
"doch. du."
Mittwoch, 14. März 2018
scheiße fressen
"kaum zu glauben, dass es leute gibt, die drauf stehen, wenn sie angekackt werden", sage ich und meine damit nicht das verbale ankacken.
"du weißt doch gar nicht, ob es dir nicht vielleicht auch spaß machen würde", frotzelt der luxus-mann.
"neeeiiiin. bestimmt nicht. das ist pfui."
"ich kann dir ja mal ne wurst auf den bauch legen, was meinst du?"
"dann pups ich aber, wenn du mich das nächste mal leckst!"
"ach komm. so ne kleine, duftende wurst... "
"du kannst nicht klein und duftend. bei dir ist das tod und verwesung! du hinterlässt vergaste erde!"
"apropos fressen. ich kenn wen, der hat mal ner frau in den mund gekackt."
"echt?"
"ja. und die hat das tatsächlich runtergeschluckt."
"und deinen bekannter, den hat das gekickt oder was?!"
"anfangs der gedanke wohl schon. aber als es dann soweit war... dann war irgendwie alles voller kacke und es hat übelst gestunken, da wurde ihm dann ziemlich schlecht, hat er erzählt."
"und die tante, hat die das freiwillig gemacht oder hat er die dafür bezahlt?"
"quatsch, das war freiwillig! die war eben total devot. die wollte gern den dicken hintern von meinem bekannten im gesicht."
"und der kackt bestimmt auch richtig viel, weil der ja auch so viel futtert. da musste die sicher ganz schön schnell schlucken."
der luxus-mann schaut mich gespielt verzweifelt an:
"wir sind so normal. das ist schon fast langweilig."
"von mir aus kannste dich gern mit deinem bekannten zu einem intimen kaviar-date verabreden. hauptsache, du küsst mich danach nie wieder."
"ich glaube, ich muss dir mal wieder den arsch versohlen", entgegnet der luxus-mann.
wie es also aussieht, möchte keiner von uns beiden scheiße fressen. entsprechend haben wir weiterhin stino-sex und überlassen anderen die speziellen kulinarischen seiten der erotik.
aber gut, dass wir auch darüber gesprochen haben!
"du weißt doch gar nicht, ob es dir nicht vielleicht auch spaß machen würde", frotzelt der luxus-mann.
"neeeiiiin. bestimmt nicht. das ist pfui."
"ich kann dir ja mal ne wurst auf den bauch legen, was meinst du?"
"dann pups ich aber, wenn du mich das nächste mal leckst!"
"ach komm. so ne kleine, duftende wurst... "
"du kannst nicht klein und duftend. bei dir ist das tod und verwesung! du hinterlässt vergaste erde!"
"apropos fressen. ich kenn wen, der hat mal ner frau in den mund gekackt."
"echt?"
"ja. und die hat das tatsächlich runtergeschluckt."
"und deinen bekannter, den hat das gekickt oder was?!"
"anfangs der gedanke wohl schon. aber als es dann soweit war... dann war irgendwie alles voller kacke und es hat übelst gestunken, da wurde ihm dann ziemlich schlecht, hat er erzählt."
"und die tante, hat die das freiwillig gemacht oder hat er die dafür bezahlt?"
"quatsch, das war freiwillig! die war eben total devot. die wollte gern den dicken hintern von meinem bekannten im gesicht."
"und der kackt bestimmt auch richtig viel, weil der ja auch so viel futtert. da musste die sicher ganz schön schnell schlucken."
der luxus-mann schaut mich gespielt verzweifelt an:
"wir sind so normal. das ist schon fast langweilig."
"von mir aus kannste dich gern mit deinem bekannten zu einem intimen kaviar-date verabreden. hauptsache, du küsst mich danach nie wieder."
"ich glaube, ich muss dir mal wieder den arsch versohlen", entgegnet der luxus-mann.
wie es also aussieht, möchte keiner von uns beiden scheiße fressen. entsprechend haben wir weiterhin stino-sex und überlassen anderen die speziellen kulinarischen seiten der erotik.
aber gut, dass wir auch darüber gesprochen haben!
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