Mittwoch, 2. Mai 2018

attacke aus dem emo-hinterhalt

und da ist es wieder. das alte heimwehgefühl. das absolut überwältigende verlassensein-gefühl.

ich liege gerade glücklich neben dem luxus-mann, als es mich hinterrücks überfällt.
bitte bitte lass mich nicht allein, bettelt alles in mir, während der kopf denkt, alte, chill mal, er liegt in deinen armen, mehr geht doch nicht!

wie immer ist rational nix zu machen. ich muss vielmehr aufpassen, dass ich nicht gleich rumheule. der gedanke, dass ich nachher nachhause muss, um nach meiner katze zu sehen, ist so schrecklich, dass ich ihn nicht denken kann.

ganz vorsichtig versuche ich, diese gefühlswelt zu artikulieren. zum ersten mal in meinem leben. im oberstübchen ist mir schließlich durchaus klar, dass meine festplatte hier einfach einen sprung hat. darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass es den partner ziemlich flasht, wenn der andere in einem so innigen moment plötzlich was vom verlassensein faselt. also vom verlassenSEIN, nicht von einem potenziellen verlassenWERDEN in der fernen oder nahen zukunft.

es dauert ein bisschen, bis der luxus-mann kapiert hat, dass ich gar keine reaktion von ihm will, keine veränderung und keine entschuldigung für einen nicht begangenen faux-pas. sondern einfach nur erzähle, was meine kranke hirnchemie gerade so mit mir veranstaltet.

der luxus-mann ist auf eine sehr liebevolle art überfordert, tätschelt meine schultern und bittet mich, mir nicht so viele sorgen zu machen.

"ich mach mir gar keine sorgen", sage ich. "mein körper führt gewissermaßen eine chemische reaktion auf ein nicht stattgefundenes ereignis durch. also vielleicht war da mal ein ereignis, in meiner kindheit... da habe ich mich ja oft verlassen gefühlt... aber es hat eigentlich nichts mit uns zu tun. ich teile es nur mit dir. weil... weil ich dir vertraue. aushalten muss ich das alleine."

der luxus-mann ist verlegen, weil er nicht weiß, was er sagen oder machen soll, aber auch irgendwie stolz auf mein vertrauen, und schlägt dann einfach vor, einen film zu gucken, womit er instinktiv das richtige tut, denn mehr als ablenkung geht jetzt nicht. also lassen wir uns arm in arm in jim jarmuschs wunderbare vampirwelten entführen und auch, wenn sich eigentlich damit nichts ändert, bin ich doch froh, diesen borderline-spuk einfach mal geteilt zu haben.

1 Kommentar:

  1. Hoffentlich ist die Attacke bald vorbei.
    Und der Rest hoert sich ganz schoen schoen an!

    AntwortenLöschen