wie sich der samstag gefühlt endlos vor mir ausstreckt, in seiner störgeräuschdurchzogenen leere: ein mann, der auf dem parkplatz herumschreit, hunde, die kläffen, blechlawinen, die rollen. die menschliche welt erreicht mich wie ein leise gedrehter film, der nichts mit mir zu tun hat, den ich weitgehend ausblende.
erst zum einbruch der dunkelheit verlasse ich das haus und begebe mich auf meine wege, durch hinterhöfe, am angrenzenden industriegebiet vorbei richtung kleingärten. nachttiere begleiten mich: fledermäuse, ein marder, insekten, die in den lichtern der laternen tanzen.
mein ziel ist einer der umliegenden kleinen friedhöfe, wo ich dann auf einer bank sitze und in den nachthimmel schaue, in dieses faszinierende fenster zum universum. was hier in der dunklen stille erlebbar wird, ist die unbestimmtheit aller existenz, ihr bestehen in unendlichen wahrscheinlichkeiten, bei zunehmender entropie. gut möglich, dass zeit und raum nur messergebnisse beschränkter wahrnehmung sind und ein jeder teil eines viel größeren, ganzen, wenn auch vermutlich nur zufälligen und mechanischen ist, oder möglicherweise auch einer simulation.
all das relativiert die eigene bedeutung, die bedeutung des anderen, des hier und jetzt bis nahezu an den nullpunkt.
was habe ich ein leben lang einen tieferen sinn gesucht, um ihn heute in der sinnlosigkeit, im relativen zu finden. manchmal sträubt sich das herz dagegen, weil es in dieser erkenntnis wenig trost findet, weil es sich um die idee der liebe betrogen fühlt. aber es genießt seinen platz am fenster zum dasein in seiner unergründlichkeit.
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