Mittwoch, 13. März 2024

es graut so grau

nachts, wenn ich stundenlang wachliege, schwirrt mein kopf voller gedanken. keiner ist greifbar. alles wuselt wie ein termitenbau. absolutes grauen ist das mächtigste gefühl, das ich in diesem ekelhaft lebendigem berg ausmachen kann.

ein gegenstand des grauens ist der job. der neue job ist kacke, und ich hatte es nicht kommen sehen. weil im bewerbungsgespräch gefühlt eine vollkommen andere stelle verkauft wurde. endlose meetings, endlose abendveranstaltungen - von all dem war nie die rede. doch wie verlässt man einen job, den man gerade erst angefangen hat?

ein zweites thema ist mein vater. seit meinem letzten besuch ist mir bewusster denn je, wie sehr unsere tage gezählt sind. das evoziert eine schlicht nicht enden wollende sehnsucht nach zuhause, dass ich nicht ein noch aus weiß. aber mit dem neuen kackjob habe ich mich noch mehr an kackstadt gebunden. nicht mal ein urlaub ist drin bis zum herbst.

ich flüchte mich viel zum luxus-mann, wandere dort nachts in der wohnung herum, weil ich mich dann ein klitzeklein weniger gottverlassen fühle. aber es ist das klammern an eine illusion, dass das leben weniger schrecklich wird, wenn nur jemand neben dir atmet. jemand, der deinen kummer kleinredet und dir sagt: dann steigere dich halt nicht so rein.

ein drittes großes thema ist das derzeitige psychiatrische chaos. im sommer hatte ich endlich ein medikament gefunden, das mich beruhigt und meine stimmung einigermaßen stabil hält. da sich aber meine herzproblematik unerwartet verschärft hat, darf ich es nun nicht mehr nehmen. bis zum kardiologentermin in vier wochen laufe ich auf grundeis. ich schütte unmengen alkohol in das schwarze loch, was vermutlich weder dem herzen noch der psyche guttut. aber was bleibt? um mein herz mache ich mir interessanterweise am wenigsten sorgen. ich habe keine beschwerden - somit scheint die gefahr nicht real. einziges symptom wäre ein herzstillstand. und damit hätte ich es hinter mir. 

aber ich träume ja noch immer. davon, dass ich eines tages zu arbeiten aufhöre. dass ich mit tieren um mich herum lebe, an einem ort, an dem ich mich endlich geborgen fühle. und etwas in mir will dem noch immer eine chance geben. 

etwas in mir will mir noch immer eine chance geben. ohne auch nur ansatzweise zu wissen, wie.

6 Kommentare:

  1. Hallo, ich möchte nicht übergriffig sein, aber ich frage mich schon seit langer Zeit, warum Sie nicht wieder in die Heimat zurückkehren. Eine kleine Wohnung, ein neuer Job, alte Freunde, all das würde Ihnen bestimmt ein Geborgenheitsgefühl geben. In Ihrer Stadt sind sie nicht glücklich und werden es wahrscheinlich auch nicht werden. Vielleich auch ein ganz anderer Job.... Ich wünsche Ihnen alles Liebe und gute Gedanken. Ulla S.

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    1. keine sorge, das ist überhaupt nicht übergriffig. ich würde es sofort tun, wenn ich hier nicht meine beziehung hätte. ich fürchte, in der heimat würde mir mein mann doch sehr fehlen (und er käme niemals mit, das ist leider schon ausdiskutiert). die frage ist, ob ich den schritt nicht einfach irgendwann gehen muss. mir einmal hier das herz brechen, um wieder neu anfangen zu können. darüber denke ich sehr viel nach.

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  2. Ich fühle ..., ich fühle so sehr mit dir ...

    "aber ich träume ja noch immer. davon, dass ich eines tages zu arbeiten aufhöre. dass ich mit tieren um mich herum lebe, an einem ort, an dem ich mich endlich geborgen fühle. und etwas in mir will dem noch immer eine chance geben."

    Aber es wird definitiv nicht der Alkohol sein, der dir eine Chance gibt, denn er lässt dir keine Chance ...

    Liebe Grüße vom mitlesenden und mitfühlendem Wirrkopf ... :)

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    1. nee, das mit dem alkohol ist definitiv gerade scheiße. eine ungesunde substitution, weil die medikation schon wieder ausgehebelt wurde. wie gewonnen, so zerronnen. scheint sich gerade so bei mir durchzuziehen. ;-)
      ich muss einfach den kopf mal wieder gerade kriegen.

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    2. Pfingsten bin ich in Hamburg, wenn du din Kopp bis dohin nik grod host, mok ik dat maken ...
      oder so ähnlich ;) (bayerisches Plattdeutsch)

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    3. klar, gerne. freu mich immer, blogger live kennenzulernen.

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