Freitag, 17. Juli 2020

ich krieg nen vogel

nach einem tag mit mann und kind im wildpark hetze ich nach hause, weil ich noch in zwei haushalten katzen sitten muss und die maumaus bestimmt schon hungrig warten.

als ich meine wohnung betrete, um die schlüssel zu holen, bemerke ich komische braune flecken auf dem parkett. nanu, denke ich, hab ich kaffee verschüttet und das nicht gemerkt? ich nehme klopapier und wasser und wische. zum glück geht alles leicht weg und das dunkle braun ist nicht in meinen weißen parkettboden eingezogen.

im wohnzimmer bin ich dann ein wenig entsetzt. auch hier braune flecken auf boden und an der wand. während ich noch konsterniert vor mich hinstarre, macht es plötzlich "schirrrrp schirrrrp" aus dem vorhang.

ich traue meinen augen nicht: da sitzt ein mauersegler. offenbar ist er durch das gekippte fenster in meiner wohnung gelandet.

ich nähere mich. der kleine vogel hat nicht nur boden und wand, sondern auch das komplette fensterbrett vollgeschissen. lecker.

ich öffne behutsam das fenster und nehme ihn sanft mit den händen, um ihn aus dem vorhang zu holen und ins freie zu geleiten. doch der mauersegler krallt sich derart in den stoff, dass ich keine chance habe, wenn ich ihm nicht die füßchen brechen will.

also nehme ich im zweiten versuch den vorhang, bilde eine falte um den vogel herum und bugsiere dann den gesamten schal aus dem fenster. als sich der vorhang beim loslassen öffnet, schwirrt der mauersegler davon.

ich gehe erstmal katzensitten.

als ich wiederkomme, höre ich erneut aufgeregtes "schirrrrp-schirrrrp". der mauersegler sitzt schon wieder auf dem fensterbrett im wohnzimmer! der will sich hier wohl häuslich einrichten, oder was?

ich luge hinaus. tatsächlich hängt etwas strohiges aus dem mauerwerk unterhalb der dachrinne. die bauen also ein nest über meinem wohnzimmerfenster. kippfenster ist damit nicht mehr für den rest den sommers. na toll.


da der mauersegler diesmal auf dem fensterbrett hockt, versuche ich es noch mal mit den händen. doch er tschirpt so laut, dass ich angst habe, ihm weh zu tun. also lasse ich ihn los.

in seiner panik fällt er auf den parkettboden. was für eine scheiße, weiß ich doch von meinem vater, dass mauersegler nicht mehr alleine vom boden hochkommen. ich muss ihm also aufwind geben.

irgendwie gelingt es mir, die hand unter den vogel zu bekommen und ihm einen schubs nach oben zu geben. er flattert hoch, findet zum glück gleich das weit geöffnete fenster und schwirrt vondannen.

ich bin derweil gespannt, ob ich in einigen wochen kleine mauersegler über meinem fenster haben werde.

Kommentare:

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    1. ich hoffe, dass die jetzt nicht so schockiert sind, dass sie das nest aufgeben.

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  2. Bringen Sie doch einfach von außen im Fensterrahmen ein Fliegengitter an. Hält auch größere Flugobjekte ab, Sie können lüften und die Mauersegler in Ruhe brüten....

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    1. das ist eine gute idee, daran hab ich auch schon gedacht. diese normalen selbstklebenden fliegengitter mit klettband sind allerdings recht instabil. ich habe sorge, dass sie sich da drin verheddern könnten. ich weiß noch, wie sich das klettband mal löste und meiner kaze super fest am schwanz hing. totale panik auf der titanic. ;-)

      es müsste dann schon ein stabiles fliegengitter aus metall oder so sein. ich werde mal in einem baumarkt gucken! :-)

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    2. Schau mal bei Al den schönen Sachen rein, die haben ab heute das Gitter, das man auf den Rahmen aufsetzt, nix mit Kleben usw. das System ist super haben wir hier schon seit 3 Jahren und kannst du im Herbst in die Dusche/Wanne stellen, abbrausen und wieder einsetzen... der Preis ist ziemlich günstig.

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