Montag, 8. Oktober 2018

das schlafzimmer, ort des grauens

ich leide unter schlafparalysen. das kommt bei mittelalten, depressiven menschen wohl öfter vor, laut statistik bei 6% aller menschen. klar, dass mal wieder ich die ehre habe.

die letzte nacht ist es wieder mal passiert.
ich war am einschlafen, als ich merkte, wie sich etwas auf meine brust legte. ich konnte mich weder bewegen noch atmen. etwas unheimliches unsichtbares schien zu versuchen, mich zu ersticken.

irgendwann wachte ich auf, panisch. ich mache immer licht, weil ich dann nur noch bei licht weiterschlafen kann. außerdem darf ich nicht gleich wieder einschlafen, sonst kommt es zurück. ich muss einige zeit wach bleiben.

irgendwann war ich wieder kurz vor dem einschlafen bzw. in diesem übergang zwischen wach und schlaf. mir war klar, dass das böse etwas noch da war, es stand nun hinter meinem bett an meiner rechten seite. ich wagte nicht, den kopf zu drehen und es anzusehen. plötzlich pustete es mich an. ein eiskalter hauch traf mein gesicht. er war so kräftig, dass er die bettdecke zur seite und vom bett wehte.

diesmal wachte ich mit herzrasen auf und hatte atemnot vor lauter panik. mein körper war total zusammengekrümmt und schmerzte. die bettdecke lag tatsächlich auf der seite am boden - so, als wäre alles total real gewesen. ich hatte immer noch das gefühl, dass das wesen rechts von mir stand und mich beobachtete. ich wagte nicht, mich umzudrehen, sondern packte decke und kissen und wanderte ins arbeitszimmer zur katze aus.

mit katze im arm versuchte ich, mich soweit zu beruhigen, dass ich wieder schlafen konnte. die dämmerung würde mir helfen, hoffte ich, da war alles weniger gruselig.

leider überkam mich nun die dritte schlafparalyse. wieder war das unsichtbare unheimliche da, während ich keinerlei kontrolle mehr über meinen körper hatte. das wesen nahm meine hände unter der bettdecke und bog meine finger nach oben. irgendwann konnte ich mich losreißen, aber es wiederholte sich noch mehrmals.

die schlafparalysen kosten mich in der regel zwischen vier und fünf stunden in einer nacht. obwohl ich weiß, dass es in meinem kopf ist, sind sie so realistisch wie ein paranormales ereignis im film. es folgen nächte, in denen sich das ganze wiederholt und wiederholt, in den unterschiedlichsten gruseligen ausführungen. wahrscheinlich schon allein, weil ich so große angst davor habe. stress fördert schlafparalysen.

obwohl ich schlafparalysen immer wieder erlebe und viel darüber gelesen habe, kann ich mich nicht daran gewöhnen. ich habe todesangst, panik, herzrasen, atemnot. und übelste nackenverspannungen, wahrscheinlich, weil man beim aufwachenwollen den kopf unkontrolliert herumschleudert.

der luxus-mann lacht mich aus und sagt, ich solle nicht so viele horror-filme gucken. aber kein horrorfilm ist so gruselig wie meine schlafparalysen.

kennt das jemand? was erlebt ihr, was tut ihr dagegen?

Kommentare:

  1. Hi Morphine,

    ich kenne das auch. allerdings nicht so häufig, eher einmal im Jahr. Ich spüre wie einen kalten Hauch vom Wesen, weiß auch genau, wo es sich befindet, kann mich aber nicht rühren.
    Leider habe ich noch keine Gegenmaßnahme gefunden.

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    1. spannend. ich hab es so phasenweise (manchmal mehrere monate ruhe), aber dann eben verstärkt und mehrfach in einer nacht. versuche das durch längere wachphase zu umgehen, aber funktioniert nicht immer.

      interessant ist, dass sich diese erlebnisse kulturenübergreifend zu ähneln scheinen...

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  2. Pardon,
    ich bin kein Psycholog, aber die Paralyse-Ereignisse lesen sich wie Flash-backs von traumasierenden elterlichen Versuchen, kindliche Onanie zu unterdrücken, vor allem: "das wesen nahm meine hände unter der bettdecke und bog meine finger nach oben", aber auch "hinter meinem bett an meiner rechten seite ... plötzlich pustete es mich an."
    Ich weiß nicht, ob man im Gespräch mit Eltern klären kann, ob es derartige Repressionsvesuche in frühkindlicher Zeit gegeben hat.
    Von mir selber kenne ich solche Paralyse nicht, glücklicherweise.

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    1. nee - bei mir bestimmt nicht. ich komme aus einem sexuell sehr offenen haushalt und ich durfte meine sexualität in jeder beziehung voll und ganz ausleben - auch masturbation.

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  3. Ich kenne das selbst nicht, aber eine Freundin berichtete mir davon. Ihr selbst half es total, überhaupt bewusst zu begreifen, dass da nichts Übernatürliches passiert, sondern sie einfach in einem Übergangszustand vom Schlafen zum Wachen feststeckt. Ihr half das, dem 'Wesen' gegenüber ruhig zu bleiben - und entsprechend der Panik und dem Verkrampfen auszuweichen. Ich stelle mir das allerdings extrem schwierig vor; emotional ist man ja vermutlich von der Bedrohung vollkommen überzeugt,so wie man im Traum alles, was geschieht, als vollkommen logisch empfindet?

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    1. das hilft auch, zumindest, um beim aufwachen schneller runterzukommen. trotzdem habe ich mal meine wohnung mit weißem salbei gereinigt. ;-) da es wirklich gruselig ist, ist man nicht immer so ganz rational. dieses anpusten und dass dann echt die decke weg war... das war so unheimlich real, das hat mich total geflasht.

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  4. ich kenne das nicht, und bin da sehr froh drueber, weil es echt gruselig klingt.

    ich hatte mal eine zeit lang normale albtraeume. da half es irgendwann, anhand von bestimmten zeichen (zu viel wasser, wo es nicht hingehoert; baeren; zu viele treppen) zu erkennen, dass es nur ein traum ist und es als eine art sctionfilm zu erleben. und wenn es ganz schlimm wird, habe ich gelernt, mich durch schuetteln selbst zu wecken.

    aber wenn das gruslige dings direkt am bett steht - puh :/

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    1. das kann ich auch super, den traum als traum entlarven. ;-) paradoxes träumen heißt das glaube ich und ist eine besondere fähigkeit. dann weiß ich, ok, ich springe jetzt einfach wo runter oder so, dann wache ich auf. manchmal merkt aber der traum, dass ich das gemerkt habe. und dann verhindert er das wachwerden, indem ich gaaaanz langsam falle oder so. ;-) wirklich lustig.

      das problem bei schlafparalysen ist ja aber, dass es kein traum ist. sondern irgendwas zwischen wach und schlaf. man kann es nicht steuern, oder ich habe zumindest noch nichts gefunden, was hilft.

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  5. Weißer Salbei - das wollt ich dir gerade auch empfehlen :)

    Es waren übrigens gerade Portaltage - da liegen nach meiner Erfahrung die Emotionen viel mehr an der Oberfläche.

    Auf die Gefahr hin ausgelacht zu werden - hast du mal versucht zu ergründen ob es irgendwas oder -wen in deinem Leben bzw. in deiner Familie gab oder gibt der dich auf eine solche Art und Weise "heimsuchen" könnte?
    Der noch nicht zur Ruhe gekommen ist oder mit dem du noch keinen Frieden geschlossen hast?

    Ich würde das nicht so einfach als Schlafparalyse abtun...

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    1. könnte schon sein, dass da was ist. ich träume auch manchmal, dass ich in ein zimmer gehen will, aber etwas hält von innen die tür zu. ich komm da nicht rein.
      manchmal ist es auch umgekehrt - ich bin in einem zimmer, da ist es gruselig und ich will weg, komme aber nicht raus, weil die tür zu ist.
      das sind träume, die ich schon ganz lange habe. ich hab noch nicht rausgefunden, was das etwas sein könnte. immer wenn ich aufwache, denke ich: mensch, hätteste doch einfach gefragt: "was willst du?" anstatt panisch und gewaltsam die tür aufkriegen zu wollen. im traum vergess ich das.

      portaltage - habe ich noch nie von gehört.

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    2. Portaltage - diese Erklärung finde ich ganz gut:
      www.nuavi-spirit.de/portaltage

      Ich würde mal versuchen mit Meditation oder ähnlichen Techniken in dich zu hören und rauszufinden was da ist.

      Nach meiner Erfahrung sind das oft Emotionen, Haltungen oder Erfahrungen die du unbewusst von deinen Vorfahren übertragen bekommen hast.

      Ich weiß das klingt ziemlich strange - mir hat das genaue Hinschauen bzw. in mich schauen was das sein könnte und wer mir das wohl vermacht hat schon viel weiter gebracht.

      Bei der Sache mit dem Zimmer wäre meine Frage an mich wer mich da festhält.
      Vielleicht die Eltern die dich an einem bestimmten Punkt emotional nicht losgelassen haben oder dich an einem Punkt wo du weg wolltest festgehalten haben - im übertragenen,emotionalen Sinn.

      Die Idee zu fragen "was willst du?" finde ich ziemlich gut.
      Vielleicht gelingt dir das ja in einem Traum mal zu fragen oder du stellst dir die Frage bei einer Meditation.
      Ich drück dir die Daumen :)

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  6. Vielleicht ist es ein doofer Ratschlag, denn wenn es bei dir so wäre, hättest du es sicher geschrieben, aber vielleicht hilft es ja doch: Bevor es bei mir losgeht, höre ich immer so ein Rauschen innen im Ohr. Das ist dann immer ein Anzeichen, dass ich in die Schlafparalyse "abrutsche". Ich zwinge mich dann immer mit den Zehen zu wackeln, das reisst mich dann aus dem Dämmerzustand raus. Es kann passieren, dass das Rauschen ein paar Male direkt wieder kommt und ich mit den Zehen wackeln muss, aber irgendwann geht es dann. Und ich komme davon ohne erstickt, zerquetscht oder sonstwie körperlich angegriffen zu werden – was das ewige Zehengewackel mehr als rechtfertigt :)

    Hmmm, mir fällt noch ein, dass ich bis ich aktiv bemerken konnte, dass vorher das Geräusch kommt, ich einige Zeit damit verbracht habe einfach zu "akzeptieren", dass es wieder passiert. Allerdings ist es bei mir häufig früh morgens soweit, wenn ich schon mal kurz wach war und dann wieder einschlafe. Da ist mir dann meist bewusst, dass ich ja gerade einfach nur in meinem Bett liege.

    So, oder so wünsche ich dir viele erholsame Nächte ohne dieses dumme Phänomen!
    Liebe Grüße
    eine eigentlich stille Mitleserin

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    1. zehenwackeln - klingt lustig. ;-) ich schleudere immer den kopf, manchmal bewusst, manchmal unbewusst. jedenfalls habe ich dann immer perverse nackenschmerzen am tag danach. bei zehen ist die gefahr nicht so hoch...

      akzeptieren ist bestimmt gut - wie gesagt, stress und schlafparalysen gehen einher, und wenn man angst davor hat, ist das ja stress.

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    2. p.s.: ohrgeräusche sind wohl ganz typisch und haben viele. ich kann die leider nicht von meinem normalen tinnitus unterscheiden. ;-)

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  7. Oh.. und ich dachte immer ich wickle mich zu sehr in meiner Decke ein.
    Ich werde auch immer mal wieder erstickt von einem unsichtbaren Eindringling. Oft auch mehrmals in einer Nacht.

    Nachdem ich mehrere Male panisch mit Herzrasen, wildem Gezappel und allenfalls auch Schreien (da bin ich mir nicht sicher) erwacht bin, habe ich meinem Unterbewusstsein versucht beizubringen, dass wir "nur" träumen und auch erwachen können. Das war nicht ganz so einfach, aber durch die Wiederholungen hat mein Unterbewusstsein oder mein Körper realisiert, dass ich wieder in der selben Situation bin und ist dann wesentlich schneller aufgewacht. Mit weniger Herzraden und viel weniger verkrampft. Aber ganz überwinden konnte ich es bisher auch noch nicht. Aktuell habe ich aber wieder eine etwas ruhigere Phase.

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    1. das ist bestimmt auch eine paralyse.

      mal gucken, was mir noch so einfällt, um die situation zu ent-gruseln. :-)

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  8. Falls du hier fündig wirst - let me know. Ersticken finde ich dann doch nicht ganz so sexy und würde das auch gerne abstellen ;)

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