Mittwoch, 28. Januar 2026

mensch versus maschine

ich bin begeisterte zweite-weltkrieg-doku-guckerin. es entspannt mich, wenn ich schwarzweiße bewegtbilder aus dieser zeit sehe - beispielsweise bomben, die auf städte fallen, halberfrorene wehrmachtsoldaten in russland oder ein kz-krematorium von innen. fragen sie mich nicht warum, es geht mir auch mit horrorfilmen so.

auf du-röhre findet sich theoretisch jede menge für meinen geschmack passendes material. allerdings steigt der anteil ki-generierter beiträge darunter massiv. 

kürzlich fiel mir mit erstaunen auf, dass mich diese videos nahezu kaltlassen - ja, dass meine aufmerksamkeit regelmäßig abschweift und ich mich am ende an den inhalt kaum erinnern kann.

woran liegt das, fragte ich mich? die ki-videos sind alle gut gemacht, geradezu voyeuristisch aufbereitet, übertreffen einander mit spektakulärem bildmaterial und bewegenden geschichten. auch das niveau ist niedrig-verständlich gehalten und der inhalt sogar für geistige zwerge leicht zu erfassen.

irgendwann fiel es mir wie schuppen von den augen: maßgeblich verantwortlich für den demenz-effekt muss der sound dieser videos sein. ein ki-sprecher nimmt mich einfach null mit. seine tonlage ist in der regel zwar professionell, aber belanglos-monoton, die stimme fast ohne modulation. wenn er beispielsweise über die gegen politische gefangene eingesetzten foltermethoden spricht, klingt es, als beschreibe er die einrichtung eines wohnzimmers oder verlese eine gebrauchsanweisung. 

darüber hinaus ist im hintergrund fast überall dieselbe vermutlich lizenzfreie soundkulisse installiert. auch sie ist kalt, beliebig und ohne jegliche emotion. sie könnte ebenso landschaftsaufnahmen intonieren, ein tutorial für excelkalkulation oder den maschinellen abfüllprozess von tütensuppe. 

kurzum, ein teil meines gehirns muss sich beim zuhören derart langweilen, dass es direkt abschaltet.

vermutlich bin ich einfach zu alt für die beschränkte intelligenz der künstlichkeit. oder es zeigt sich hier, was ki auf nachfrage durchaus auch von sich selbst behauptet - nicht ansatzweise mit einem menschen mithalten zu können, wenn es um emotion und authentizität geht. zumindest noch nicht. 

und das finde ich irgendwie sehr beruhigend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

danke für deinen kommentar. ist er hilfreich, fair und sachlich, wird er nach freischaltung veröffentlicht. kontextfreie, rassistische und sonstige arschloch-scheiße wird sofort gelöscht.