Samstag, 16. September 2017

das mörder-dope

nachdem ich einige male gras vom obekt bezogen habe, hat der luxus-mann nun seinerseits seine connections ausgegraben.
"ich will nicht, dass du gras vom objekt nimmst und dem dann dafür einen bläst oder sowas!"
"hörma, wenn ich dem einen blasen wollen würde, wäre das vollkommen unabhängig davon, was ich dafür kriege", halte ich meinen finger in die offene wunde.
"ich besorg uns was", hat der mann daraufhin versprochen und es nun, monate später, in der tat in die tat umgesetzt.

wir haben nicht nur gras, sondern auch drei große klumpen dope bekommen. pechschwarz ist es und sehr harzig.
"boah, ich glaube, das wird richtig knallen", sage ich, als ich daran schnuppere.
"mein dealer hat gesagt, er hat das gras und das dope gemischt und sei daraufhin gelähmt gewesen."
"naja, verkäufergeschwafel", sage ich leichthin. "was haste bezahlt?"
"fuffi."
"alta! das ist aber ganz schön viel fürn fuffi! da bekomm ich vom objekt nicht mal die hälfte gras für! das ist bestimmt ganz minderwertiger kram."
"quatsch. das objekt zieht dich ja auch ab!"
"gar nicht!"
"wohl."
"gar nicht!"
"ist ja auch egal. wollen wir das mal so probieren? also ne mische?"
"ok."

da ich die besseren joints drehe, walte ich meines amtes und bereite uns eine schöne rolle. ich dosiere das zeug  erstmal vorsichtig - besser nix merken als dann tatsächlich gelähmt rumzuhocken und nicht mehr rechtzeitig aufs klo zu kommen.

dann sitzen wir im unwirtlichen herbstwetter auf dem balkon und schmöken.
"pfffffffffffffff", sagt der luxus-mann. "das schmeckt aber streng!"
ich nicke.
"und es kratzt derbe in der lunge", schnauft der luxus-mann und beginnt dann zu husten.

wir lassen die tüte zwischen und hin- und herwandern und sagen eines weile nix.
ich merke, wie mir schwindelig wird. nicht das entspannte in-watte-gepackt-feeling wie sonst, sondern eher unangenehmes herzklopfen und taumel.
"mein herz schlägt ganz schnell", sagt da der luxus-mann.
"meines auch."
"und im kopf isses komisch."
"angenehm komisch oder eher unangenehm?"
"hm", der luxus-mann zuckt die achseln, "kann ich nicht sagen, irgendwo dazwischen. was meinst du?"
"ziemlich psychoaktiv", murmle ich und habe das gefühl, als könne ich über ein drittes ohr am hinterkopf sehr laut die große straße nebenan hören. ich muss mich auf etwas anderes konzentrieren, um nicht vom verkehrslärm überwältigt zu werden.

"lass uns reingehen, mir ist eiskalt", stupse ich den luxus-mann an.
"mir ist warm."
"mir nicht. komm."
"wollen wir nen film gucken? ich hab noch was von david lynch."
"meinetwegen."

sobald ich unter der warmen kuscheldecke liege, drifte ich weg. der film zieht an mir vorbei. der luxus-mann kneift mich ein paar mal und sagt: "du sollst nicht schlafen! du sollst diesen tollen film mit mir gucken!", aber es ist nichts zu wollen. es ist freitag, kurz nach 22 uhr und ich hab mich in einen schlaffen haufen mensch verwandelt. irgendwann merke ich, wie der luxus-mann fernseher und lichter ausschaltet.

um acht uhr morgens erwache ich wieder und fühle mich sehr ausgeruht. der mann schnarcht entgegen seiner gewohnheit noch neben mir.
ich taste unter der bettdecke nach seiner morgenlatte.
"bist du schon wach?" murmelt der luxus-mann.
"ja."
"du warst so lustig gestern abend."
"warum?"
"ich hab dich gefragt, willst du noch film gucken? und du so total verpennt: hmhmhmhmmmm... dann frag ich: oder soll ich dich noch ficken? und du wieder so: hmhmhmmmmm.... dann frage ich, soll ich dir ins gesicht pieschern, und du wieder so: hmhmhmhmmmm!"
der luxus-mann lacht sich schlapp.
"du bist gemein", sage ich gespielt beleidigt und schnippe gegen die luxus-eier.
"aua."
"ficken oder was?"
"boah, ich bin voll fertig! ich muss weiterschlafen."
"ach komm. er steht doch schon."
"na gut, meinetwegen. bläst du ihn noch n bisschen?"

nach einer kurzen nummer dreht sich der luxus-mann auf die seite und beginnt, wieder zu schnarchen.
ich pieke ihn.
"aua", murmelt er.
"kaffee?"
"mann, was bist du denn heute so wach, schlaf doch noch n bisschen."
"nö. mir is langweilig."
"oh mann", stöhnt der luxus-mann. "du bist so ne anstrengende frau! du tötst mich irgendwann, echt!"
"ich kann ja brötchen holen gehen", schlage ich vor.
das bringt den luxus-mann in die horizontale.
"echt? boah. dass ich das noch mal erlebe! du bist vor mir wach und holst brötchen!"
"ja klar mach ich das, warum denn nicht?!"
"aber was mit körnern."
"damit du gut scheißen kannst?"
"du bist so ordinär, weißt du das?!"
"ja, da stehst du doch drauf."
"stimmt."

"jedenfalls ist das dope nicht arbeitstauglich, glaub ich", sagt der luxus-mann, als wir später am küchentisch sitzen und unsere brötchen mümmeln.
"muss man zumindest erst die richtige dosis rausfinden", sage ich. "dann könnte es ne super einschlafhilfe werden, wenn man mal so gestresst-überdreht ist und nicht abschalten kann."
"ja, vielleicht. obwohl ich schon wieder schlafen könnte."
"ich auch. dann lass uns doch mal ins bett gehen."
"nö, ich treff mich nachher mit kumpels im stadion. pauli spielt."
"axo. dann verpiesel ich mich mal."
"können ja heute abend ausgehen, wenn wir gestern schon nicht mehr geschafft haben."
"ja, aber dann nix kiffen, ok?"
"bin ich blöd?"
"manchmal."
der luxus-mann kneift mich in die nippel.
"aua."
"das haste verdient, du freches weib."
"dann bis später, alter kiffer."
"bis später, schöne."





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