Mittwoch, 12. April 2017

fly with me

da der luxus-mann nur eine woche nach mir seinen geburtstag hat, feiern wir also schon wieder. diesmal nicht im rahmen eines urlaubs, sondern etwas weniger groß am abend eines arbeitstages.

als ich in der luxus-wohnung aufschlage, ist mein mann schon ordentlich angetrunken. er hat für seine patchwork-familie gekocht, zusammen mit den kindern und muttis gegessen und dabei schon anderthalb flaschen wein gebechert. entsprechend ist er bereits leicht am lallen.

"warum hast du gestern nicht mehr angerufen", will er wissen.
"hatte zu tun", sage ich geheimnisvoll.
"warum?"
"alles für dich."
"wegen meim geburtstach?"
"ich hab was für dich gemacht, was ich in meinem leben erst einmal für einen mann gemacht habe!"

der luxus-mann schaut mich verwirrt an. ich stelle eine papiertüte auf den tisch.
"wasn das?"
"guck halt rein."
der luxus-mann macht die tüte auf.
"dasis ja kuchen."
"muffins."
der luxus-mann schaut mich anklagend an.
"und ich soll die jetzt essen?"
"naja, nicht alle. sind ja neun stück, könnte bisschen viel werden."
"aber ich bin fett!"
"jetzt stell dich mal nicht so an. sonst stopfst du doch auch permanent schoki und eis in dich rein. dann isst du halt mal kuchen zur abwechslung."
"dasssis n argument."

der luxus-mann schaut mich erleichtert an.
"dann dank ich dir."
"war auch ne scheißarbeit."
"und warum sehn die so unterschiedlich aus?"
"die einen sind normal, die anderen, also die weißen, haben eine spezielle extrazutat."
 "oooohhh... und knallt das dann so richtig?"
"weiß nicht. ich hab das das erste mal gemacht."
"hexenküche, was?" grinst der luxus-mann. "ich glaub, ich nehm die morgen mit in die firma und stell dem neuen vorstand einen auf den tisch. der soll das mal vorkosten, bevor ich dabei draufgehe!"
"gute idee. und wenn er dann breit ist, bewegst du ihn zu einer gehaltserhöhung."
"so mach ich das."

der luxus-mann schenkt mir wein ein.
"nicht so viel. ich hab morgen zwei meetings."
"aber ich hab geburtstag!"
"na gut."
"und schnaps musst du auch mittrinken!"
"boah! ich muss morgen zwei neue untergebene einweisen, die kann ich nicht mit so ner fahne anhauchen!"
"dein problem. du musst heute mit mir trinken."
ich gebe mich geschlagen und trinke erst wein, dann kokosschnaps, dann holt der luxus-mann einen space-muffin.
"testen?"
ich nicke.

nach einer halben stunde etwa macht sich die wirkung bemerkbar. wir liegen eingekuschelt auf der couch, lassen die finger auf wanderschaft gehen und hören musik. erst gegen halb zwei sehen wir wieder auf die uhr.
"fuck, wir müssen in fünf stunden schon wieder aufstehen..."
"dann sollten wir jetzt mal rüber ins bett, oder?"

im bett ist natürlich so schnell nichts mit schlafen. der luxus-mann ist aufgedreht und angefixt und drückt seine latte an meinen po. ich bin müde, kann mich dann aber meiner aufkeimenden lust auch nicht widersetzen. anschließend fällt der luxus-mann in tiefen schlaf und beginnt, herzhaft zu schnarchen. nach einiger zeit beschließe ich, ins kinderzimmer zu wechseln, wo es ruhig ist und mir niemand alkoholdunst ins gesicht bläst.

ich erwache um viertel nach acht. den wecker hab ich gar nicht gehört. ich wecke schnell den luxus-mann. wir ziehen uns in windeseile an und schlürfen fix einen kaffee.
"eigentlich kann ich noch gar nicht autofahren", sagt der luxus-mann und schaut waschbärig aus dem weißen hemd. "bei einer verkehrskontrolle wäre ich wahrscheinlich echt am arsch. aber auf bahnfahren hab ich auch keinen bock."
"ich fühl mich auch komplett benebelt."
"der muffin hatte es ganz schön in sich, oder?"
"irgendwie schon. und wirkt sehr nachhaltig, offenbar", grinse ich.
"das schlimmste ist, ich bin schon wieder total angesext. das wird nicht leicht, jetzt gleich im büro zu sitzen", meint der luxus-mann.
"willst du noch mal kurz ficken?"
"bist du irre? willst du mich töten?"
"ich frag ja nur!"
"naja, er würde ja schon wollen", sagt der luxus-mann und macht die hose auf.
und wir ficken doch noch eine runde auf dem küchentisch, zwischen gläsern, tellern und leeren flaschen.

"fünf vor neun, ich muss schnell los", sage ich nach dem akt, ziehe höschen und strümpfe wieder hoch und schlüpfe rasch in meine stiefel.
"ich bin jetzt noch viel fertiger als vorhin", jammert der luxus-mann. "und heiß ist mir. irgendwann verpasst du mir einen herzinfarkt, ich seh das kommen."
"ist doch ne schöne art zu sterben."
"damit hast du sicher recht."

der luxus-mann holt den aufzug, dann düsen wir nach unten. vor der tür ein letzter kuss. dann wartet der graue büroalltag auf uns.




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