Donnerstag, 8. Januar 2026

hamburg im schnee, winterdienst adé

warnhinweis: dies ist ein SATIRISCHER beitrag. es scheint sehr viele leser zu geben, die glauben, ich meinte das alles BLUTERNST. für diese und andere wutbürger hier der hinweis: nein, ich glaube nicht, dass winter-dienstangestellte ihre tage verschlafen oder nur kaffee trinken. aber sehr wohl, dass "oben" bei den entscheidern gehörig viel schief läuft, worunter dann auch angestellte aus der exekutive leiden - zumindest hier vor ort.  

wenn sie nicht in der lage sind, das zu verstehen, sollten sie jetzt nicht weiterlesen. und vor allem: nicht kommentieren.

*** 

wie sie vielleicht wissen, gleicht hamburg derzeit der arktis. es liegen bereits locker 30 cm schnee - und es schneit weiter. 

die stadt ist quasi zum stillstand gekommen. busse und s-bahnen fahren allenfalls sporadisch. große straßen werden hin und wieder gesalzen, aber nebenstraßen und gehwege versinken unter eis und schneemassen. jeder weg ist nach draußen ist eine gefahr für leib und leben laut katwarn.

neben dachlawinen und herabstürzenden ästen bestehen massive sturzgefahr und verkehrsbehinderungen. dieser teil fällt jedoch in die verantwortung des leider keineswegs so winterfesten winterdiensts in hamburg. der funktioniert in etwa so zuverlässig wie die bahn: manchmal kommt er, manchmal nicht, und sehr oft viel zu spät. 

in den köpfen der verantwortlichen des winterdiensts in hamburg muss es in etwa so abgehen:

tag 1, schneegestöber und vereiste straßen: "hm, bisschen schnee. ist aber ja freitag. fast wochenende. wir machen lieber gleich feierabend!"

tag 2, es liegt 20 cm schnee. winterdienst: "hoch die hände, wochenende!"

tag 3, 30 cm schnee. winterdienst: *schnarch* 

tag 4, montag. die stadt ist in kaltem weiß versunken. winterdienst: "jo, dann schicken wir mal so langsam ein paar wenige erste schneeräum-fahrzeuge los. aber nur auf die hauptstraßen! und wir räumen auch nicht, wir lassen nur ein bissl salz draufrieseln. das fährt sich dann schon irgendwie fest."

tag 5. weiterer neuschnee. winterdienst: "das ist aber doof, denn eigentlich müssten wir schon wieder ausrücken. aber warten wir doch lieber bis morgen. vielleicht kommt ja eine unerwartete wärmewelle!"

tag 6. der neuschnee ist mit der bestehenden eisdecke zusammengefroren und bildet eine ultraglatte, superdicke eis- und schneeschicht. es schneit derweil weiter. winterdienst: "jetzt können wir auch nix mehr machen. lass mal schlafen gehen!" 

tag 7. weiterer neuschnee. winterdienst: "jo, ist ja nun schon wieder freitag, also quasi wochenende... wir sind dann mal weg!"

aber nein, ich habe unrecht! heute, an tag 7, habe ich erstmalig ein winterdienst-schneeräum-fahrzeug in meiner straße entdeckt. es fuhr ein paar mal geschäftig auf dem gehweg hin und her, ein wenig schnee flog zur seite auf die eingeschneiten autos. zurück blieb eine spiegelglatte eisdecke mit festgefahrenem schnee. gestreut wurde nicht ein krümel. 

ach lieber winterdienst, dann lasst es doch gleich bleiben.

12 Kommentare:

  1. Hi, ich lese hier seit einigen Jahren aus wissenschaftlichem Interesse gepaart mit heiterem Gruseln mit, wie bei einem Verkehrsunfall auf der Gegenspur.
    Drogenexzesse, Liebesrausch, Polygamie, you name it. Alles auf jeden Fall nicht langweilig, vielmehr konsequent unangepasst und daher auch sehr ehrlich.
    Jetzt stelle ich fest, dass sich bei fortschreitendem Alter der Autorin und Zunahme an Zipperlein der Blick auf faschistoide Ordnungsmaßstäbe und Spießertätigkeiten wandelt. Da wünscht man sich Schilderungen von Liebesabenteuern oder Besuchen des Swingerclubs zurück. Die ähnlich defizitäre Wahl des Studiums wird schon seit längerem mit einer Berufshölle bezahlt, die bei Gleichaltrigen wenigstens mit min. dem dreifachen Gehalt entgolten wird.
    Dazu kommt eine Beziehung, die mit dem emotionslosen Abstand der Vielgeprüften dokumentiert wird. Aber hatte die Befreiung nicht mehr versprochen?
    Natürlich ist das Blog ein Ventil, das nicht die Realität, sondern nur Splitter davon zeigt.
    Gleichwohl:
    Keine Kinder, die wenigstens an Weihnachten dem Dasein Sinn geben. Kein Haus, das wenigstens etwas Abstand zu den wahnsinnigen Nachbarn vermittelt.
    M.E. ist es also Zeit, nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu resümieren.
    Und dann hier zuzumachen.
    Mit viel Respekt und lieben Grüßen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. lieber unbekannter "respektvoller" kommentator,

      erlauben sie mir, ihnen mit demselben "respekt" zu antworten:

      1. ich weiß ja nicht so recht, ob sie lesen können. verkehrsunfälle auf gegenspur, swingerclub? weder war ich je in einem swingerclub noch hatte jemand - weder ich noch das objekt, falls sie das meinen - einen unfall auf einer gegenspur. es sei denn, man fantasiert oder halluziniert stark bei lesen. vielleicht nehmen sie ja auch zu viele drogen.

      2. wäre es nicht traurig und ein zeichen fehlender entwicklung, würde ich mit schlaff-welken mitte 40 noch das leben von vor 15-20 jahren leben und in den von ihnen herbeifantasierten "swingerclubs" mein drogenlastiges luder-treiben genießen?

      3. winterdienst oder gesellschaftliche ordnung sind also faschistoid. interessant. winterdienst schützt auch die gesundheit der schwächsten der bevölkerung - alte, kranke, kinder. absolut faschistisch von mir, dass ich wert darauf lege.

      4. sinnerfülltes leben geht nur mit kindern -- wer sind sie, magda göbbels?! ja, ich bekenne: ich habe kein mutterkreuz. und ich bin verdammt glücklich damit, keine schreienden fratzen in eine verkommene gesellschaft und auf eine zerstörte erde gesetzt zu haben. eine der wenigen konsequent-richtigen entscheidungen meines lebens.
      und apropos weihnachten: ich weiß ja wirklich nicht, ob sie wirklich lesen oder nur fantasieren oder drogen ihr gehirn vernebeln, aber mein mann hat (große) kinder - und die feiern auch mit uns weihnachten. worüber es hier im blog sogar posts gibt.

      5. ein defizitäres studium. hm. ja, lehramt ist wahrscheinlich sehr defizitär. toll auch, dass sie wissen, was ich verdiene oder welche gehälter in meiner branche üblich sind.

      grundsätzlich gilt: ich schreibe hier, weil es mir passt und wie es mir passt. nicht immer sind es geschichten, die optimal unterhalten, oder themen, die das jeweilige persönliche weltbild passen. ist auch nicht mein anspruch. sie müssen mich nicht loben, sie müssen mich nicht toll finden, sie müssen mir keine blumen schicken.

      sie sollen mir aber auch keine übergriffigen tipps für das leben geben, von dem sie - mehr oder minder fantasievoll - glauben, dass ich es führe. wenn ich wollte, würde ich fragen - und in der regel frage ich nicht.

      und last but not least zum thema respekt: respekt für mich ist nicht, fernab des eigentlichen themas mein von ihnen zu tode fehlinterpretiertes blog-leben durch den persönlichen verzerr-filter zu ziehen und mir dabei mehrfach verbal in die fresse zu treten, um am ende mit lieben grüßen zu schließen. das finde ich komplett geisteskrank.

      Löschen
    2. Berlin hier, (arm und schon lag nicht mehr sexy). Genau gleiches Bild. Vernünftig geräumt sind nur die großen Straßen. Bei kleineren Straßen zentimeterdicke festgebackene Decke aus mindestens Schnee und oft purem, spiegelglatten Eis. Kein. Krümel. gestreut. Die Gehwege sehen oft sehr ähnlich aus. Man hat hier auch den Eindruck, dass viele Hausverwaltungen der Räum und Streupflicht so gar nicht mehr nachkommen oder nur so spärlich, dass es eh nullkommanix bringt. Mit Schlittschuhen wäre man wahrscheinlich sicherer unterwegs als mit Schuhen.

      Kommen'se jedenfalls gut und unfallfrei durch den Eisregen die Tage. Danach ist der Spuk ja zum Glück erstmal wieder vorbei.

      Alles Liebe von einer langjährigen Leserin

      Löschen
  2. Ich kann mir über Hamburg kein Urteil erlauben. Nur kennst du jemanden, der beim Winterdienst arbeitet?
    Ich habe meinen Mann diese Woche nur gesehen, wenn er zu Hause mal paar Stunden geschlafen hat! Die schieben 12-Stundenschichten!!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. genau das zeigt ja das versagen.

      1. das winterdienst-personal wurde ja in den letzten stark zusammengedampft - eine entwicklung wie überall in der wirtschaft. sehr ungesund, mit bekannten folgen wie lange schichten und überlastung.
      2. der fisch stinkt vom kopf. wer schickt so wenige menschen so schlecht ausgerüstet und offenbar ohne wirkliches konzept auf 12-stunden-schichten auf die straße?
      3. planloses vorgehen mit reinem fokus auf autos: hier werden die bürgersteige geräumt, indem man die dicke schneeschicht beiseite schiebt und das eis darunter freilegt, ohne einen krümel zu streuen, sodass man noch besser ausrutscht. das war schon 2010 so und JEDER beschwert sich darüber. für ältere menschen kann das ein todesurteil sein. wer denkt sich so eine scheiße aus?
      4. private vermieter sind klar mit räum- und streupflicht belegt. kaum einer kommt dieser nach. es wird NICHT kontrolliert oder mit strafen geahndet, obwohl das problem seit ewigkeiten bekannt ist.

      am einzelnen mitarbeiter des winterdiensts erlaube ich mir keine kritik. aber das system ist ineffizient und die entscheider / planer offenbar unfähig. und das seit locker 15 jahren.

      Löschen
  3. Und das kannst du einschätzen? Tut mir leid, aber ich finde es unverschämt, wenn in der Lokalpresse Zuschriften sind wie, Winterdienst trinkt Kaffee bei McDonalds. Denken diese Menschen mal eine Minute darüber nach, das auch diesen Menschen eine Pause zusteht? Aber wahrscheinlich sitzen sie ja selbst gemütlich im warmen Büro.
    P.S.: Ich darf dann unseren Gehweg immer alleine vom Schnee befreien... Habe nur nette Nachbarn, die mir mitunter helfen.

    AntwortenLöschen
  4. ... guten Tag zusammen,
    wenn ich mir den Kommentar der Dame, deren Mann beim Straßendienst arbeitet, so zu Gemüte führe:
    Unser Land hat mit die hohe Abgaben "auf Alles" Benzin, Öl, Gas, Wasser, Strom, Einkommen.
    Gleichzeitig ein umfangreiches Regelwerk für Alles — Bauen, Entsorgen, Naturschutz.

    Erinnert mich an jemanden, der permanent mit nem Messer an seinen Pulsadern rumspielt.

    Diese Person wäre ein Fall für den Analytiker. "legen Sie sich mal auf die Couch. Was ist ihr Problem?"
    Antwort: "ich bin fett, alt und kann meine schlechten Gewohnheiten nicht ablegen. Ich mache "so" weiter, obwohl ich weiß, dass es so nicht weitergeht."

    Gruß Jens

    AntwortenLöschen
  5. ... dieses Land ist fett, alt und kann seine schlechten Gewohnheiten nicht ablegen. Es macht "so" weiter, obwohl es weiß, dass es so nicht weitergeht.
    Gruß Jens

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. der autopilot ist vermutlich etwas zuiefst menschliches: man macht weiter so, bis man übelst auf die fresse fällt und alles zu spät ist. spart in guten phasen energie, produziert aber katastrophen, in die man sehendes auges läuft. deshalb spreche ich dem homo generell das "sapiens" ab. es handelt sich eher um den homo autopilotensis.

      Löschen
  6. ... das hast du aber sehr sehr schön formuliert.
    Gruß Jens

    AntwortenLöschen

danke für deinen kommentar. ist er hilfreich, fair und sachlich, wird er nach freischaltung veröffentlicht. kontextfreie, rassistische und sonstige arschloch-scheiße wird sofort gelöscht.