Samstag, 1. August 2020

ambivalenzen

im job läuft es nicht. das unternehmen steht in den roten zahlen. 
und ich liebäugle. 
mit anderen jobs. mit anderen städten.

mit anderen männern.

denn auch die beziehung finde ich so lala.
lieblos und anstrengend statt erfüllend. 

das schema nicht-hinhören und nicht-beachten treibt mich in die unsichtbarkeit. wir machen daher fast nur das, was ihm gefällt. maule ich deswegen im nachinein, heißt es: du musst halt auch mal was sagen! 

muss ich denn immer sagen: ich bin traurig, so traurig, dass ich das haus nicht verlassen möchte?
um dann wie immer ein "warum das denn" zu hören, obwohl der luxus-mann jetzt seit 4,5 jahren um meine erkrankung weiß?

ständig muss ich die dinge von neuem erklären. mich ewigkeiten lang rechtfertigen für meine biologisch bedingte empfindlichkeit und melancholie.
die er dann für grundlos erklärt. also haben sie nicht da zu sein. also kann ich doch so funktionieren wie er es braucht.

ich werde mich wieder deutschlandweit bewerben. und sollte mich das schicksal dann wegführen, nehme ich das als göttlichen wink.





Kommentare:

  1. Das Schicksal wird sie genau dort hinführen, wo sie es bestimmen. Sie können sich aber auch ohne einen Ortswechsel von ihm trennen. Wer weiß, was dann noch passiert :)

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    1. ich habe ja tatsächlich auch lust, die stadt zu wechseln. wenn ich mich trennen würde, würde ich anschließend mit sehr hoher wahrscheinlich auch umziehen.

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  2. H. kann Sie gut verstehen. Hat er ja früher auch schon in Kommentaren anklingen lassen.

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  3. Ich halte ja das Recht auf grundlose Taurigkeit für ein Grundrecht. Sagen Sie Ihrem Freund mal, dass dass sein "Warum denn das?" in dem Zusammenhang eine sinnlose Frage ist. Es braucht halt jeder seine Auszeit (auch wenn die nicht bei jedem "Traurigkeit" heißt).

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    1. das sage ich ihm immer wieder. inzwischen auch höchst aggressiv und genervt. ;-) was nicht unbedingt zu einer entspannung der situation beiträgt.

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  4. wenn dann ein jobangebot von irgendwoher kommt, wirst Du fuehlen, ob es das ist, was Du wirklich willst - oder eben nicht.
    manchmal braucht es ja erstmal eine konkrete option, um sich darueber klar zu werden.
    die empathie wirst Du wahrscheinlich genausowenig mehr in den luxusmann reinbekommen, wie ich den burnout aus meinem raus bekommen werde...

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    1. es gibt ja auch diesen kleinen test, eine münze zu werfen. wenn man sich dann mit dem "ergebnis" nicht wohlfühlt, isses das nicht.
      ansonsten ist entscheidungen treffen bei mir halt so wie mathe. hab ich noch nie gut gekonnt.

      seit der gedanke da ist, hab ich interessanterweise eine art abschiedsschmerz. wilde, traurigste zuneigungsanfälle, die den mann noch mehr befremden als alles andere. und mich eben auch.

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