Dienstag, 31. Juli 2018

fliegen mit eurowings, dem tommy hilficker und seiner perlen-uschi

ich will in die heimat und stehe schon eine stunde am gate, denn eurowings hat verspätung. der gesamte flughafenabschnitt ist brechend voll. an vier gates warten gefühlt eine million menschen. kreischende kinder flitzen zwischen genervten erwachsenen herum. sitzplätze sind aus. schlechte luft und schlechte laune machen sich zunehmend breit.

nichtsdestotrotz ist die fluggesellschaft bemüht, das beste aus der situation zu machen. unter anderem fordert sie mehrfach dazu auf, dass fluggäste mit handgepäck ihre koffer bitte aufgeben sollen - kostenlos und direkt hier am gate. so soll ein zügigeres einsteigen gewährleistet werden. einige nehmen die aufforderung wahr, dennoch sehe ich beim einsteigen immer noch unzählige handgepäckskoffer an mir vorbeirollen. entsprechend sind die gepäckfächer ruckzuck voll.

auch meine sitznachbarn - eine perlen-uschi und ihr in einem tommy-hilfiger-shirt bekleideter, hipsterknödeliger spacko - gehören zu denen, die das nachsehen haben. tommy hilficker ist deswegen grantig. er sieht es ÜBERHAUPT nicht ein, dass er als billofluggast nun ganze 50 minuten mit koffer an den klöten ausharren soll. das könne man ihm nicht zumuten. schließlich ist er ein tommy hilficker und hat eine perlen-uschi-freundin.

der hilficker beschwert sich also beim steward. der freundliche und hilfsbereite steward sichert ihm zu, dass er, falls er keinen platz mehr für seinen koffer findet, er ihn nachträglich in den gepäckraum bringen lassen würde. dann geht der steward die reihen durch und beginnt, gepäckstück um gepäckstück umzuschlichten, damit der hilficker-koffer vielleicht doch noch platz findet.

nach zehn minuten steht der steward wieder schweißüberströmt und etwas außer atem neben uns. es sei ihm gelungen, platz zu machen. der hilficker könne seinen und auch perlen-uschis koffer ganz vorn im flieger noch unterbringen und entsprechend mit beinfreiheit fliegen.

der hilficker ist jedoch keineswegs erfreut oder dankbar.
"soll ich jetzt etwa selber meinen koffer bis ganz nach vorne schleppen?" fragt er wie ein fünfjähriger, dem man gesagt hat, er solle bitte sein zimmer aufräumen.
der steward nickt.

der verwöhnte hilfiger-schnösel bewegt sich immer noch nicht.
ich halte den atem an.
der steward steht da und guckt nicht mehr ganz so nett.
"bitte, wenn sie jetzt ihren koffer nach vorne bringen und ins gepäckfach legen würden!" sagt er etwas strenger.

endlich erhebt sich der hilficker und nimmt seinen koffer in die hand.
"ich hoffe, es taucht jetzt dann auch eurowings auf meinen nächsten gehaltscheck auf!" giftet er den steward an.
der macht nur eine generös-auffordernde handbewegung und lächelt.
schimpfend entfernt sich der hilficker richtung vordere gepäckreihen, während ihm seine perlen-uschi mit debilem gesichtsausdruck nachglubscht.

"sie auch", sagt der steward zu perlen-uschi, denn der charmante, zuvorkommende hilficker-gentleman hat natürlich nur seinen koffer mitgenommen. also muss nun auch perlen-uschi ihren breiten hintern aus dem sitz wuchten und ihren koffer nach vorne rollen.

als hilficker und perlen-uschi wieder neben mir sitzen, echauffiert sich hilficker weiter. einen beschwerdebrief werde er schreiben über "ineffizientes personal" und auch die reinigung des flugzeugs scheint ihm nicht gründlich genug erfolgt zu sein.

mir hingegen scheint die reinigung des hilfickers nicht ganz gründlich erfolgt zu sein, denn in der kabine macht sich eine penetrante schweißnote breit. ich habe aufgrund der unmittelbaren intensität erst perlen-uschi, die direkt neben mir sitzt, im verdacht, doch nach und nach wird mir klar, dass die moschus-wolken aus den achseln des aufgeregt fuchtelnden hilfickers empordampfen.

ich bin überglücklich, als ich 50 minuten später wieder boden unter dem flugzeugkörper habe und dem schweißgeruch und der meckerei des hilfickers sowie dem anblick seiner dämlichen perlen-uschi entfliehen kann.

mein dank geht trotz verspätung ausdrücklich an eurowings. es war mir ein großes vergnügen zu erleben, mit welch freundlicher professionalität mit renitenten fluggästen wie dem stinkenden hilficker umgegangen wird. ich hätte vollstes verständnis dafür, wenn menschen, die entgegen ausdrücklicher aufforderung ihr sperriges handgepäck nicht abgeben wollen, oder aber nicht in der lage sind, ein deo zu benutzen, vom flug ausgeschlossen werden. vielleicht könnt ihr das mal bei der nächsten gesellschafterversammlung als vorschlag einbringen. danke!




Kommentare:

  1. Antworten
    1. yeeeah, und jetzt sitze ich im 36 grad heißen frankenlande und es ist so unangenehm, dass ich nicht mal ins schwimmbad radeln will.

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