Sonntag, 20. Mai 2018

lasst mich verschwinden

auf den straßen spaziert die gleichgeschaltete meute, die weiber uniformiert in zerrissenen skinny-jeans, zelt-oberteilen und mechanischem lächeln, die männer mit ray-ban-sonnenbrillen, sneakers und tonnenweise schmierigem haargel. alles sieht aus wie bilder auf instagram, alles nur filter, alles gelogen.

der anblick langweilt mich so sehr, ich möchte zu einem maschinengewehr greifen und allen die köpfe wegballern. ihnen die saubere sonntagsmarkenbeklamottung mit hirn- und blutspritzern versauen. leichen rot-weiß. sonderangebote, ausverkauf. auf wunsch auch in der semmel, haha.

ich weiß nicht mehr, wohin sehen, wohin gehen. schmerzen, körperlich wie seelisch, zwingen mich in tatenlose ohnmacht. nächste woche erstmal wieder schmerzklinik. wir schauen mal, ob sich etwas morphium mit dem escitalopram verträgt.

grundsätzlich mag ich opiate. die lassen meinen hass, meinen widerstand gegen diese welt zu puffreis werden und in einer käseglockig-fluffigen wolke verschwinden. im büro dann mit mattscheibe in den bildschirm starren, die sinnlosigkeit des jobs  rauscht ungesehen an mir vorbei, während ich wie ein roboter befehle empfange und ausführe und mir denke, herrgott, ich wäre so ein herrlicher nazi-scherge gewesen: blinder gehorsam ohne jegliches gewissen. das sich ja sonst immer meldet und mir sagt: what the hell tust du da eigentlich, was soll der scheiß. was für eine grenzenlose zeitverschwendung.

tage wie dieser sind ein tanz um die rasierklinge. ich würd ja gern. ein bisschen schneiden. ein bisschen tiefer.
vielleicht findet sich da drunten im gelben unterhautfettgewebe oder zwischen den sehnen doch mal irgendetwas, was mich leben lässt.




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